
Bischöfe beraten über Migration und Integration
Vor dem Hintergrund des Lampedusa-Dramas befassen sich die EU-Bischöfe ab Mittwoch in Brüssel mit den Themen Migration und Integration. Die Vollversammlung der Kommission der Bischöfe des EU-Raums (ComECE) wird von deren Präsidenten, dem Münchner Erzbischof und Mitglied des Papstberatergremiums G-8, Kardinal Reinhard Marx, geleitet.
"Europa ist ein Kontinent in Bewegung, Migration in all ihren Aspekten - Flüchtlinge auf der Suche nach politischem Asyl, Wirtschaftsmigration und die Zuwanderung von teilweise notwendigen und erwünschten Arbeitskräften - hat Auswirkungen auf die Menschen in den Mitgliedsstaaten, ebenso wie auf die Europäische Union selbst", heißt es in der Ankündigung auf der Website www.comece.org. Angesichts der jüngsten Ereignisse im Mittelmeer vor Lampedusa seien die Kirchen zutiefst besorgt über die Lage von Flüchtlingen und Asylwerbern in der EU.
Die ComECE-Bischöfe wollten sich deshalb von 13. bis 15. November als Vertreter ihrer Bischofskonferenzen von denjenigen, die auf nationaler wie auf europäischer Ebene die Migrationspolitik gestalten, über die aktuelle Situation und über mögliche Lösungsvorschläge informieren lassen. Man wolle Zeugen von der "vorderster Migrationsfront" treffen und miteinander darüber nachdenken, wie über konkrete Lösungsschritte hinaus pastorale Strategien für eine bessere Aufnahme und Integration von Migranten in der Zukunft entwickelt und umgesetzt werden könnten.
Die Vollversammlung wird mit einer öffentlichen Abenddebatte über "Die Migrationserfahrung" am Mittwoch, 13. November, in der Europakapelle (Chapelle de la Resurrection) eröffnet. Cecilia Taylor Camara, Senior-Politikberaterin für die Migrationsstrategie des "Catholic Trust for England and Wales" werde die Situation von Migranten und ihre Außenperspektive auf die Europäische Union beschreiben. Beleuchtet wird in der Folge auch die Integrationspolitik Spaniens und Menschenhandel in Großbritannien.