
Diözese Eisenstadt startet Reformprozess
Wie viele andere österreichischen Diözesen befindet sich auch die Diözese Eisenstadt in einem geistlichen und strukturellen Reformprozess. Darauf hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics in einem "Kathpress"-Gespräch am Rande des Martinifestes am Montag in Eisenstadt hingewiesen. Er sprach von einer geistlichen Erneuerung und Glaubensvertiefung, die sich auch in Struktur- und Finanzfragen widerspiegeln solle.
Schon bisher sei man in der Diözese den Weg der Pfarrverbände gegangen, sagte Zsifkovics. Nun zeige sich aber, "dass das nicht reicht". Ziel sei deshalb die Schaffung größerer pastoraler Räume, erläuterte der Bischof. Freilich "wollen wir nichts übers Knie brechen, sondern die Konzepte gemeinsam mit den Pfarren und Gläubigen entwickeln", so Zsifkovics wörtlich. Diese größeren Pastoralräume würden dann gemeinsam von einem Team aus Priestern, Diakonen und Laien betreut.
Wie der Eisenstädter Pastoralamtsleiter Michael Wüger vor kurzem in der burgenländischen Kirchenzeitung "martinus" sagte, soll es künftig rund 40 Seelsorgeräume geben, die in den kommenden zehn Jahren errichtet werden sollen. Zwar sollen auch zukünftig die Pfarren strukturell bestehen bleiben; belebt werden sollten diese jedoch durch spirituelle oder diakonische "kleine christliche Gemeinschaften". Diese könnten entweder nur zeitlich begrenzt entstehen können, wie etwa eine Gemeinschaft rund um eine Erstkommunionvorbereitung, oder aber auch fix bestehen. Dies entspreche der Realität der Gesellschaft, so Wüger: "Menschen bewegen sich zwar einerseits in immer größer werdenden Räumen, andererseits wächst gleichzeitig die Sehnsucht nach kleinen funktionierenden Gemeinschaften." Die Reform in der Diözese Eisenstadt steht unter dem biblischen Motto "Seht, ich mache etwas Neues! Merkt ihr es nicht?".
Volksgruppen, Ökumene, Reichtum
Wie Bischof Zsifkovics im "Kathpress"-Gespräch weiters sagte, seien ihm die unterschiedlichen Volksgruppen im Burgenland ein besonderes Anliegen. Diese Vielfalt solle sich auch im kirchlichen Leben widerspiegeln. "Wir wollen ein gutes Zusammenleben und -wirken, nicht nur ein Nebeneinander oder gar Gegeneinander", so der Bischof. Der Festgottesdienst zum Martinsfest am Montagvormittag im Eisenstädter Dom wurde auf Deutsch, Ungarisch, Kroatisch und Romanes gehalten.
Auch die Vertiefung der Beziehungen mit den evangelischen Christen im Land sei ihm sehr wichtig, sagte der Bischof: "Wir wachsen immer mehr zusammen."
Zur Frage nach den Reichtümern der Diözese Eisenstadt meinte der Bischof, dass man als kleine Diözese keine großen Besitztümer habe. "Wir können keine großen Sprünge machen, aber wir kommen ganz gut aus." Der große Reichtum seiner Diözese seien die vielen Mitarbeiter und Gläubigen, die die Kirche mittragen.
Quelle: Kathpress