
Taifun: Caritas bittet dringend um Spenden
"Nach dieser unfassbaren Naturkatastrophe sind Millionen Menschen in Lebensgefahr und brauchen dringend unsere Hilfe!": Mit diesen Worten hat Caritas-Präsident Franz Küberl am Sonntag an die Hilfsbereitschaft der Österreicher appelliert, um die dramatischen Folgen des Taifuns "Haiyan" für die philippinische Bevölkerung zu lindern. Das "grauenhafte Ausmaß" der Sturmkatastrophe werde immer deutlicher: Mindestens 10.000 Menschen seien in den Tod gerissen worden, berief sich die Caritas auf Angaben des Polizeichefs der Krisenregion Leyte. Fast zehn Millionen Menschen sind laut der philippinischen Regierung vom Taifun betroffen.
Küberl: "Jetzt geht es darum, alles zu unternehmen, um den betroffenen Menschen schnell zu helfen!" Die Caritas-Nothilfe sei angelaufen. Katastrophenhelfer der Caritas Philippinen und der Caritas USA hätten 18.000 Schutzplanen und eine Million Wasserentkeimungstabletten auf den Weg in die besonders schwer betroffene Stadt Cebu gebracht. Weitere 18.000 Hilfsgüterpakete (Lebensmittel, Matratzen, Decken) stünden zur Verteilung bereit.
Am Montagabend machen sich zwei erfahrene Katastrophenhelfer der Caritas auf den Weg ins Einsatzgebiet, heißt es weiter. Der Tiroler Thomas Preindl nennt es jetzt am wichtigsten, "sich rasch vor Ort mit allen Partnern in der Hilfe optimal abzustimmen. Unsere Partner kennen die bestehenden Strukturen und wissen, wie wir am besten damit umgehen können." Auch der Wiener Andreas Zinggl kündigte an, "vor Ort alles unternehmen, um den Menschen rasch zu helfen. Um das leisten zu können, brauchen wir dringend Unterstützung aus Österreich!"
Haiyan ist mit Geschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometer vermutlich der stärkste Sturm, der jemals auf Land getroffen ist. Er zog am Freitag eine Spur der Verwüstung durch die ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar. Dabei löste er eine Sturmflut aus, die große Gebiete überschwemmte. In der 220.000-Einwohner-Stadt Tacloban wurden praktisch alle Gebäude zerstört.
Die Caritas ersucht um Spenden auf ihr PSK-Spendenkonto: PSK 7.700.004, BLZ 60.000 Kennwort: "Katastrophenfonds Caritas" oder per SMS mit dem Kennwort "Taifun" und dem gewünschten Spendenbetrag an Tel. 0664/660.3333
Auch Diakonie startet Soforthilfe
Von etwa 4,1 Millionen betroffenen Einwohnern der Taifunregion berichtete die evangelische Diakonie in einer Aussendung am Sonntag. Der laut Experten stärkste Sturm, der je auf den Philippinen tobte, habe Straßen unter Wasser gesetzt, Häuser zerstört, Kommunikationswege lahmgelegt und bisher Tausende Todesopfer gefordert. Die langjährigen philippinischen Partner der Diakonie Katastrophenhilfe seien bereits in den betroffenen Regionen tätig.
Knapp 700.000 Menschen seien bis Sonntagvormittag evakuiert worden und hätten in Schulen oder Sportstadien Zuflucht gefunden. Besonders auf dem Land sei es aber schwer, Häuser aus Beton zu finden, die sicher vor der Zerstörung eines Taifuns sind. "Der Taifun hat ganze Erdrutsche und Flutwellen ausgelöst. Viele Häuser sind zerstört und Bäume entwurzelt. Die Stromleitungen und Telefonverbindung sind unterbrochen", berichtet Suyin Jamoralin, Mitarbeiterin einer Diakonie-Partnerorganisation.
Erneut betroffen sind laut Diakonie auch Menschen auf der Insel Bohol, die bereits Mitte Oktober vom schweren Erdbeben der Stärke 7,2 erschüttert wurde. Viele von ihnen lebten noch in Zelten und Notunterkünften, weil sie durch das Beben ihr Zuhause verloren.
Die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe stützen sich auf ein großes Netzwerk und helfen gemeinsam mit Freiwilligen. Sie verteilen Lebensmittel wie Reis, Fisch in Dosen und Öl sowie sauberes Trinkwasser, teilte die Diakonie mit. Auch Hygienegegenstände wie Zahnbürsten und Handtücher sowie warme Decken und Schlafmatten würden benötigt.
Spenden sind erbeten an die Diakonie Katastrophenhilfe, Konto: 28711966333, BLZ: 20111 (Erste Bank); IBAN: AT85 20111 287 119 66333 BIC: GIBAATWWXXX. Spendenzweck: "Taifun".