
Hildegard Teuschlpreis erstmals verliehen
Am Mittwoch wurde in Salzburg zum ersten Mal der Hildegard-Teuschl-Preis für wissenschaftliche Leistungen und innovative Projekte in Hospiz und Palliative Care vergeben. Erste Preisträgerin ist Gerda Schmidt aus dem Pflege- und Sozialzentrum Pramergasse der Caritas Socialis. Sie gewann den Preis für die Entwicklung der ethischen Bewohnerbesprechung in den Einrichtungen der Caritas Socialis.
Dabei werden im interdisziplinären Team unter Einbeziehung der Angehörigen und der Betroffenen selbst mögliche Entscheidungen und ihre Konsequenzen besprochen. Die Entscheidung über wichtige ethische Fragestellungen wie die Ernährung über eine Sonde oder den Wunsch, nicht mehr ins Krankenhaus transferiert zu werden, orientiere sich dabei am mutmaßlichen Bewohnerwillen, wie die Caritas Socialis in einer Aussendung mitteilte.
Der 2. Preis ging an Renate Hlauschek, Geschäftsführerin von "MOKI NÖ - Mobile Kinderkrankenpflege". Sie wurde für die Einrichtung des Kinder- und Jugend-Palliativ-Teams, das in vier Mobilen Palliativteams an den Standorten Melk, Mödling, Tulln und Wiener Neustadt integriert ist, ausgezeichnet. Das Team trage erheblich zur integrierten palliativen Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Niederösterreich bei, hieß es in einer Aussendung der Caritas Socialis.
Der 3. Preis ging an Ralph Simanek, Arzt an der ersten medizinischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing in Wien. Er wurde für eine wissenschaftliche Arbeit über parenterale Ernährung prämiert. Diese Art von intravenöser Ernährung kommt dann zum Einsatz, wenn ein Patient über einen längeren Zeitraum nicht normal - also oral - oder über eine Magensonde ernährt werden kann.
Erinnerung an Hospizpionierin Teuschl
Der Preis erinnert an das Lebenswerk von Sr. Teuschl CS (1937-2009), die federführend an der Gründung des Dachverbandes Hospiz Österreich beteiligt war und dessen Vorsitzende sie 15 Jahre war. Aus ihrer Initiative entstanden in ganz Österreich Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitungslehrgänge, sie entwickelte das Curriculum für Palliativ- Basislehrgänge, die mittlerweile ebenfalls in ganz Österreich und darüber hinaus angeboten werden.
Hildegard Teuschl gehörte der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis an. Sie habe die Anliegen der Hospizbewegung auch unermüdlich in die Politik eingebracht und sich u.a. erfolgreich für die Familienhospizkarenz und für die Patientenverfügung eingesetzt, hielt die Caritas Socialis in der Aussendung fest. Teuschls Einsatz sei es auch zu verdanken, dass in allen Bundesländern Hospiz-Initiativen umgesetzt wurden.
Der "Hildegard Teuschl-Preis" wird vom Universitätslehrgang Palliative Care vergeben. Der Lehrgang ist eine Kooperation von Paracelsus Medizinischer Privatuniversität, Dachverband Hospiz Österreich und St. Virgil Salzburg und wurde ebenfalls von Sr. Teuschl mit aufgebaut und geleitet. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.