
Papst ruft Ordensfrau im "Land der Feuer" an
Papst Franziskus hat den von der Müll-Katastrophe bei Neapel betroffenen Menschen seine Anteilnahme ausgesprochen. Er griff zum Telefonhörer und rief Schwester Teresa aus Casal di Principe bei Caserta an. Die Ordensfrau hatte dem Papst auf einer Postkarte über den Umweltskandal in ihrer Region, dem "Land der Feuer", und über die an Krebs gestorbenen Kinder informiert - und ihre Handynummer dazugeschrieben. - Aus Protest gegen die von der Camorra betriebene illegale Mülldeponien zwischen Neapel und Caserta, auf denen der Abfall verbrannt wird und Gifte in die Umwelt freisetzt werden, waren am Wochenende rund 70.000 Menschen auf die Straße gegangen.
Der Papst habe sie angerufen, als sie gerade in einer Schulklasse unterrichtete, berichtete Schwester Teresa dem TV-Sender SKY Tg 24. "Ich bin Papst Franziskus", habe er gesagt - und sie habe zunächst an einen Scherz geglaubt. Dann aber habe sie die Situation verstanden und dem Papst von den Problemen der Kinder erzählt. Die Schulklasse habe mitbekommen, mit wem die Schwester am Handy sprach, und alle hätten daraufhin den Papst grüßen wollen. Der Papst habe sein Mitgefühl vor allem mit den Kindern der Region geäußert; er sei sehr gut über die Lage informiert gewesen, so die Schwester.
Am vergangenen Samstag hatte eine große Demonstration in Neapel gegen die systematische Verseuchung ihrer Wohnregion durch abgefackelte Mülldeponien protestiert. Wegen der auch nachts lodernden Müllhalden wird die Region nördlich von Neapel auch als "Land der Feuer" bezeichnet. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Krebserkrankungen in der Region deutlich angestiegen, berichten italienische Medien. Mit einer Postkartenaktion hatten sich viele Bewohner der Gegend um Caserta auch an Papst Franziskus gewandt.
Quelle: Kathpress