
Papst unterstützt UNO-Jahr zum "Family Farming"
Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz die UNO-Initiative "International Year of FamilyFarming" (Internationales Jahr der landwirtschaftlichen Familienbetriebe) gewürdigt. Das Family-Farming-Jahr der UNO wird am Freitag eröffnet. Die Familie sei "Modell der Geschwisterlichkeit" und "eine Schule des solidarischen Handelns, vor allem gegenüber schwachen und bedürftigen Mitgliedern der Gesellschaft". Sie trage so zur Unterbindung von Konflikten bei.
Franziskus sagte, das UNO-Jahr der ländlichen Familie erinnere an kleine Gemeinschaften sowie indigene Gesellschaften, die in der Landwirtschaft tätig seien. "Diese Initiative gefällt mir, und ich hoffe, dass sie dazu beiträgt, die unzähligen Beiträge der Familie zum wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und moralischen Wachstum der gesamten menschlichen Gemeinschaft zu fördern."
Der Papst nahm weiters Bezug auf den Gebetstag für Ordensleute. Jene, die ihr Leben ganz dem Gebet und der Abgeschiedenheit widmeten, erfüllten eine "wichtige Mission". Der kirchliche Gedenktag "Pro Orantibus" (für die Betenden) am Donnerstag biete die Gelegenheit, Gott für das Geschenk der Mönche und Schwestern, die in Klausur leben, zu danken, sagte Franziskus auf dem Petersplatz. "Lassen wir es unseren Brüdern und Schwestern nicht an unserer spirituellen und materiellen Unterstützung fehlen", so der Papst.
Franziskus wird selbst am Donnerstag das KamaldulenserklosterSant'Antonio Abate auf dem römischen Aventin besuchen, in dem Benediktinerinnen leben. In dem Kloster wird der Papst mit den Klausurschwestern die Vesper singen, danach will er die Gemeinschaft in einem privaten Treffen kennenlernen. Der Besuch in dem Kloster am Gedenktag für kontemplative Ordensgemeinschaften "Pro Orantibus" ist ein Programmpunkt im "Jahr des Glaubens", das am Sonntag zu Ende geht.
In seiner Audienzkatechese erläuterte der Papst die Rolle des Priesters bei der Beichte. Er müsse nach den Worten von Papst Franziskus vor der Abnahme einer Beichte mit sich selbst im Reinen sein und inneren Frieden finden. Die Spendung des Beichtsakraments sei ein "sehr delikater Dienst", sagte Franziskus. Es erfordere vom Spender ein reines Herz und die Freundschaft und Barmherzigkeit mit den Gläubigen. Ihnen müsse der Priester "Hoffnung ins Herz einpflanzen" und seinen Brüdern und Schwestern nach dem Vorbild Jesu Vergebung schenken.
Ein Priester, der diese Geisteshaltung nicht hat, sollte, wenn er sich nicht ändert, dieses Sakrament lieber nicht spenden", so Franziskus vor Zehntausenden Zuhörern, die bei regnerischem Wetter auf den Petersplatz gekommen waren. Es gehe dabei nicht um die Pflicht reuiger Sünder zur Beichte, sondern um ihr Recht, in den Priestern Diener der Vergebung Gottes zu finden.
Papst Franziskus selbst geht nach eigenen Worten alle zwei Wochen zur Beichte, "denn auch der Papst ist ein Sünder". Dies gelte ebenso für Bischöfe und Priester, die ebenfalls regelmäßig beichten sollten. Gott habe der Kirche durch den auferstanden Christus als Vermittlerin die Schlüsselgewalt der Sündenvergebung übertragen. Christus habe diese Vollmacht durch den Heiligen Geist auf die Apostel übertragen, in deren Nachfolge die Bischöfe stünden, deren Helfer die Priester seien.
Das "Geheimnis der Vergebung" bezeichnete Franziskus als großes Geschenk Gottes und Quelle von Frieden und Segen. "Vergessen wir nie, wie uns Gott gerade in diesem Sakrament liebt", so Franziskus.
Franziskus rief bei seiner Generalaudienz auch zur Hilfe für die Opfer der Unwetterkatastrophe in Sardinien auf. "Beten wir für sie und ihre Familien und seien wir solidarisch mit den vielen, die Schäden erlitten haben", sagte er. Bereits am Tag der Katastrophe am Dienstag hatte Franziskus in einem Tweet sowie in einem Telegramm an die Sardische Bischofskonferenz seine Trauer bekundet.