
Manfred Scheuer seit zehn Jahren Bischof
Unter großer Beteiligung der Bevölkerung hat der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer am Sonntag sein zehnjähriges Bischofsjubiläum gefeiert. Der gebürtige Oberösterreicher war am 14. Dezember 2003 von Erzbischof Kothgasser im Innsbrucker Dom zum Bischof geweiht worden. Der Innsbrucker Generalvikar Jakob Bürgler, der zu dem Dankgottesdienst geladen hatte, würdigte Scheuer als bescheidenen, einfühlsamen und menschenfreundlichen Bischof mit einem großen Gespür für Menschen in Not. Besonders hob Bürgler Scheuers Engagement für Christen in Verfolgungssituationen und für Opfer des Nationalsozialismus hervor.
Wörtlich sagte Generalvikar Bürgler: "Du hast einen gutmütigen, gütigen, einfühlsamen Blick. Deine Augen sehen den Menschen, seine Not und Belastung, seine positiven Seiten und seinen Wert. Du bist äußerst zurückhaltend mit Urteilen. Du lebst in deinem bischöflichen Dienst etwas vom barmherzigen Blick Gottes zu uns Menschen." In innerkirchlichen Debatten suche Bischof Scheuer stets die Vertiefung - einfache oder vereinfachende Antworten und "die Suche nach Applaus" seien ihm fremd. "Du machst immer wieder deutlich: Wer in Zukunft Christ oder Christin sein will, muss die Freude des Evangeliums entdeckt haben."
Mit Bischof Scheuer konzelebrierten neben Generalvikar Jakob Bürgler der Abt von Stift Wilten, Raimund Schreier, als Vertreter der Erzdiözese Salzburg, Domkapitular Hans-Walter Vavrovsky sowie der Propst von St. Jakob, Florian Huber.
"Ein waschechter Tiroler"
Am Ende des Gottesdienste dankte Landeshauptmann Günther Platter Scheuer für sein bisheriges Wirken: "Obwohl die Fußstapfen seiner Vorgänger sehr groß sind, ist Bischof Manfred seinen Weg gegangen und hat so seine eigenen Spuren hinterlassen." Sein Lebensmittelpunkt sei nicht der Domplatz, sondern die ganze Diözese Innsbruck. Das zeige auch, dass Scheuer in den vergangenen Jahren alle 294 Pfarren und Seelsorgestellen visitiert hat. Nicht nur durch seine Bergleidenschaft sei der Oberrösterreicher Scheuer mittlerweile ein "waschechter Tiroler geworden", so Platter.
Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer würdigte Scheuer als tiefsinnigen und sehr bedachten Menschen, der "neugierig und offen für jede Diskussion" sei. Er verstehe es zugleich, "Worte besonnen und gezielt einzusetzen und die Menschen zum nachdenken zu bringen - eine Gabe, die nur wenige haben."
Gratulanten aus Politik und Kirche
Nach dem Gottesdienst fand am Domplatz ein Empfang mit der Schützenkompanie Innsbruck Reichenau und der Stadtmusikkapelle Allerheiligen statt. Im Anschluss daran luden Land Tirol, Stadt Innsbruck und Diözese Innsbruck zu einer Agape ins Congress Innsbruck.
Neben zahlreichen Vertretern aus Politik und Gesellschaft - darunter auch der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler - nahmen auch der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, Wolfgang Palaver, sowie der Innsbrucker Dogmatiker Jozef Niewiadomski an der Feier teil. Unter den persönlichen Gratulanten waren außerdem Superintendent Olivier Dantine, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeine Innsbruck, Esther Fritsch, die beiden Äbte Raimund Schreier (Wilten) und Anselm Zeller (Fiecht) sowie Abt Bruno Plattner (Deutscher Orden), Großkomtur Carlo d'Ippolito di Sant'Ippolito (Souveräner Malteser Ritterorden) sowie der leitende Komtur Gerhard Rief.
Quelle: Kathpress