
Lackner hofft auf Papst-Ratschläge
Der neue Salzburger Erzbischof Franz Lackner will bei seiner Audienz bei Papst Franziskus am Donnerstag Rat für seine künftige Amtszeit einholen. "Ich werde den Papst fragen, ob er mir für meine Aufgabe als Erzbischof ein Prinzip mitgeben kann", so Lackner wörtlich am Rande des Ad-limina-Besuchs in Rom im Gespräch mit "Kathpress" und weiteren Journalisten. Ein fertiges Konzept, mit dem er in das Gespräch mit dem Papst geht, habe er nicht, so der Erzbischof: "Dieser Papst ist für Überraschungen bekannt. Man bereitet sich vor und dann wird alles über den Haufen geschmissen."
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Er werde als "Anwalt der Leute" seiner Erzdiözese deren "Freud und Leid" vorbringen, so Lackner. Er sei aber "kein Oberlehrer. Dass ich dem Papst sage, was er zu tun hat, das tue ich nicht, das gehört sich nicht." Der Papst wolle aber auf jeden Fall hören, "wie es den Menschen geht, und er will uns helfen."
Der bisherige Ad-limina-Besuch sei von einem sehr angenehmen Gesprächsklima geprägt gewesen, bilanzierte Lackner: "Man fühlt sich wohl. Es gibt eine große Freiheit, offen zu sprechen." Das sei beispielsweise auch in der Glaubenskongregation so gewesen, wo die Bischöfe ausführlich mit dem Präfekten der Kongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, verschiedene Themen erörtert hätten; u.a. auch, dass es eine neue Art von Zusammenarbeit von Priestern und Laien in der Kirche braucht.
Wie Lackner weiter sagte, habe er auch die Situation der wiederverheirateten Geschiedenen angesprochen. Er hoffe auf der einen Seite auf Verständnis für die kirchliche Position der Unauflöslichkeit der Ehe, zum anderen müsse die Kirche auch für jene Menschen das Evangelium bereithalten, deren Ehe gescheitert ist und die einen Neuanfang versuchen.
Westösterreichs Bischöfe beim Papst Franziskus
Erzbischof Lackner wird am Donnerstag gemeinsam mit den Bischöfen der westösterreichischen Kirchenprovinz von Papst Franziskus in Audienz empfangen. Im Anschluss werden dann nochmals alle österreichischen Bischöfe mit dem Papst zusammentreffen. Dabei sollen auch die österreichischen Antworten auf die Familien-Umfrage des Vatikans in Vorbereitung zur Bischofssynode im Herbst übergeben werden.
Er wolle sich dieses Themas künftig besonders annehmen, sagte Lackner im "Kathpress"-Gespräch: "Wie können wir die Familie, diese Keimzelle des Glaubens und des Lebens, heute stärken?" Er habe keine fertigen Rezepte, aber viele kompetente Mitarbeiter in seiner Erzdiözese, so Lackner. Er wies auch darauf hin, dass es zu diesem Thema gleich zwei Synoden geben wird (Herbst 2014 und 2015). Das sei einzigartig: "So etwas hat es noch nie gegeben." Das zeige auch, dass der Vatikan der Familien sehr hohe Bedeutung zumesse.
Zu den jüngsten Bischofsspekulationen in der Diözese Graz-Seckau, wonach der Grazer Pfarrer Hermann Glettler Nachfolger von Bischof Egon Kapellari werden soll, meinte Lackner nur, dass er dies nicht kommentieren wolle; wiewohl er Glettler persönlich sehr gut kenne und auch gemeinsam mit ihm zum Priester geweiht worden sei. Er habe sich bei solchen Spekulationen, auch bei solchen über seine eigenen Person, stets einen "inneren Freiraum" bewahrt, so Lackner. Er hoffe aber auf jeden Fall auf eine baldige und gute Bischofsentscheidung für die Steiermark. Diese Bitte habe er auch bei seinem Besuch in der Bischofskongregation deponiert.
Quelle: Kathpress