
"Ad-limina"-Notizen
Optimistisch hinsichtlich einer tiefgreifenden Kirchenreform hat sich Kardinal Christoph Schönborn geäußert. "Sie wird nicht durch große Worte und Programme geschehen, sondern durch Menschen wie Papa Francesco", schrieb der Wiener Erzbischof in seiner Freitag-Kolumne in der Gratiszeitung "Heute". Unter dem Eindruck von "brüderlichen" persönlichen Begegnungen im Zuge des Ad-limina-Besuches der Österreichischen Bischofskonferenz schrieb Schönborn über den Papst: "Was mich am meisten an ihm beeindruckt, ist seine Ausstrahlung. Man spürt in ihm eine tiefe innere Gottverbundenheit, aus der seine Güte, seine Herzlichkeit und sein ansteckender Humor kommen."
Und noch etwas sei spürbar: "Die Atmosphäre ändert sich. Sein Vorbild wirkt." Der Kardinal verwies auf das "Rolling Stone"-Magazin ("sicher nicht eine Zeitschrift, die einer Kirchenzeitung ähnlich wäre"), die Franziskus in seiner jüngsten Ausgabe auf der Titelseite abbildete, nachdem er schon vom "Time"-Magazin zur "Person des Jahres" erklärt worden war. Der Papst sorge für "Gutes, das sogar Schlagzeilen macht".
Segen für Olympia-Sportler?
"Sportbischof" Franz Lackner will Papst Franziskus um den Segen für Österreichs Olympiasportler bitten. Der Salzburger Erzbischof, derzeit mit seinen Amtskollegen zum Ad-limina-Besuch der Österreichischen Bischofskonferenz in Rom, wünschte dem Olympiateam anlässlich dessen feierlichen Verabschiedung am Mittwochabend in Wien "viel Erfolg, unfallfreie und faire Wettkämpfe und viele positive Eindrücke". Auch die Sportler bei den Paralympischen Spielen im März schloss Lackner in seine Glückwunsche ein.
In einer Stellungnahme versicherte Erzbischof Lackner auch den neuen Olympiaseelsorger P. Johannes Paul Chavanne, der sich den Sportlern bei der "Farewell-Feier" offiziell vorstellte, seiner "vollste Unterstützung". "Die seelsorgliche Betreuung unserer Top-Athleten ist der Kirche ein großes Anliegen", sagte der selbst erst kürzlich ins Amt eingeführte Salzburger Erzbischof. Mit P. Johannes Paul habe die Bischofskonferenz "dafür einen ausgezeichneten Mann gewinnen" können.
"Kirche ist dem Wesen nach christozentrisch"
Die Kirche hat allen Grund zur Zuversicht, wenn sie aus ihrer Mitte lebt, die Jesus Christus ist. Davon zeigte sich der St. Pöltner Bischof Klaus Küng in seiner Predigt bei der "Messe für die Kirche" in der römischen Lateranbasilika am Mittwoch überzeugt. Der Gottesdienst fand im Rahmen des Ad-limina-Besuchs der Österreichischen Bischofskonferenz statt und wurde mit einer Prozession durch die Lateranbasilika eröffnet.
Bischof Küng erinnerte daran, dass die Laterankirche den Ehrentitel "Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt Rom und des Erdkreises" trägt und ursprünglich dem Erlöser geweiht war. Dies sei auch die Richtung zur Erneuerung der Kirche, die nur in der Hinwendung zu Jesus Christus gelingen könne. Wo die Kirche das verliere, nehme sie Schaden, denn "die Kirche ist ihrem Wesen nach christozentrisch", sagte der St. Pöltner Bischof.
Erster Eisenstädter Bischof war "Brückenbauer"
Eisenstadts Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics ehrt seinen Vorgänger Stefan Laszlo, der 1960 zum ersten Bischof von Eisenstadt geweiht wurde: "Brückenbauer im Dienst der Kirche" sei die kürzeste Beschreibung des Lebens und Wirkens Laszlos, so Zsifkovics bei der Präsentation des gleichnamigen Buches am Rande des Ad-Limina-Besuchs der österreichischen Bischöfe in Rom am Mittwochabend. Laszlo habe nicht nur als "leidenschaftlicher" Seelsorger und Hirte "unermüdlich und kreativ" eine "lebendige Brücke" zwischen Gott und den Menschen gebaut, sondern auch den Kontakt zu anderen Volksgruppen, Konfessionen, Nachbardiözesen und über den Kontinent hinaus nach Amerika, Indien und Nigeria gefördert.
Mit seinem Wirken habe der Bischof "tiefe Spuren" hinterlassen und maßgeblich zur Identität der jungen Diözese beigetragen, So Zsifkovics über seinem Vor-Vorgänger im Bischofsamt, der ihn gefirmt und zum Diakon sowie Priester geweiht hat. Laszlo sei aber auch ein "geistlicher Baumeister" gewesen, der immer wieder dazu aufforderte, dem Bund mit Gott durch Taufe und Firmung treu zu bleiben und "unermüdlich" zur Neuevangelisierung einlud, betonte sein ehemaliger Sekretär und jetziger Bischof von Eisenstadt. Im Mittelpunkt habe für ihn nicht Fortschritt und Wohlstand, sondern "unsere Heimat im Himmel" gestanden.
Kirche soll Gläubigen das Leben nicht schwer machen
Die Barmherzigkeit Gottes ist Grund und Auftrag zugleich, dass die Kirche den Gläubigen das Leben nicht schwer machen soll. Das betonte der Kärntner Bischof Alois Schwarz am Dienstagabend bei der Messe der Österreichischen Bischofskonferenz mit der deutschsprachigen Gemeinde in Rom. In der Kirche Santa Maria dell'Anima verwies Schwarz dabei auf die Aussagen von Papst Franziskus im Lehrschreiben "Evangelii Gaudium". Mit Blick auf den Gedenktag des heiligen Thomas von Aquin am Dienstag führte der Gurker Diözesanbischof in seiner Predigt aus, dass dessen Theologie die Päpste nach wie vor inspiriere, auch wenn es um das theologische Werk des Kirchenlehrers heute an den Theologischen Fakultäten stiller geworden sei.
Der Gurker Bischof erinnerte an den Auftrag von Santa Maria dell'Anima als Kirche für deutschsprachige Wallfahrer. Hier gelte es, "Kirche als Einladung zu leben für die Pilger, die nach Rom kommen". Schwarz sprach auch explizit die zahlreichen den Gottesdienst mitfeiernden Priester an, die in vatikanischen Einrichtungen ihren Dienst verrichten oder zu Studien in Rom sind. Sie würden "Brücken bauen zwischen der Kirche in Österreich und der Weltkirche".
Quelle: Kathpress