
Benedikt schreibt Küng über Franziskus
Benedikt XVI. hat seinem großen Kritiker, dem Tübinger Theologen Hans Küng geschrieben. In dem Brief bringe der emeritierte Papst seine Unterstützung für Franziskus zum Ausdruck, berichtete Küng in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Montag). "Diese Entscheidung, den Papst zu unterstützen überzeugt mich", so der 85-Jährige, dem der Vatikan 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entzog.
"Ich bin dankbar, mit Papst Franziskus durch eine große Übereinstimmung der Sichtweisen und eine herzliche Freundschaft verbunden zu sein", zitierte Küng aus dem Brief mit Datum vom 24. Jänner dieses Jahres. Weiter schreibt Benedikt XVI. darin, er sehe es heute als seine einzige Aufgabe an, Franziskus mit seinem Gebet zu unterstützen.
Aus Küngs Sicht sprechen diese Äußerungen dafür, dass Benedikt XVI. auch mutmaßliche Reformen der kirchlichen Morallehre durch Franziskus gutheiße. Benedikt XVI. werde zwar durch die Ergebnisse der vatikanischen Umfrage zu Ehe, Familie und Sexualität betrübt sein. Zugleich werde sich der emeritierte Papst jedoch darüber freuen, dass es nun "weitergeht", so Küng. Denn Benedikt XVI. sei ein Mann, der mehr an das wohl der Kirche als an sein eigenes denke, so Küng.