Landau fordert Ausbau der Hospizarbeit
Caritas-Präsident Michael Landau hat zu verstärktem Augenmerk auf die Hospizarbeit und zu deren gemeinsamer und gesicherter Finanzierung aufgerufen. "Es darf nicht am Geld scheitern, dass Menschen am Ende ihres Lebens jene Betreuung und Begleitung erhalten, die sie brauchen", appellierte Landau am Sonntag gegenüber "Kathpress" an Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen. Anlass gab der Todestag von Kardinal Franz König, der sich am 13. März zum zehnten Mal jährt.
Zu einer Kultur des Lebens gehöre auch eine Kultur des Sterbens und der Solidarität mit den Sterbenden, betonte Landau. Kardinal Franz König habe sich immer wieder für den Ausbau der Hospizarbeit und der Sterbebegleitung stark gemacht. "Menschen sollen an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen, so sein Credo. Ich halte das für einen bleibenden Auftrag auch für die Zukunft", so der Caritas-Präsident.
Das Regierungsprogramm fordere eine gesicherte Verfügbarkeit von mobiler und stationärer Hospiz- und Palliativbetreuung, auch für Kinder, erinnerte Landau. Den Bekenntnissen müssten jetzt Taten folgen. "Denn nach wie vor fühlt sich niemand wirklich für Hospiz- und Palliativarbeit zuständig: Die Sozialversicherungen finanzieren nach Gutdünken, und die Gelder des Pflegefonds werden nicht für Hospiz- und Palliative Care genützt."
Froh zeigte sich der Caritas-Präsident darüber, dass Österreich in der Vergangenheit andere Wege gegangen sei als in Belgien, wo das Parlament vor wenigen Wochen die Sterbehilfe auf Kinder ausgeweitet hat. Er hoffe, dass alle Parteien die Hospiz auch künftig aus dem tagespolitischen Streit heraushalten würden. "Das Thema ist zu wichtig und zu sensibel, um daraus politisches Kleingeld zu schlagen", so Landau.
Landau und Kardinal König haben bereits im Mai 2001 durch ein gemeinsames Schreiben die Parlamentarische Enquete "Solidarität mit unseren Sterbenden - Aspekte einer humanen Sterbebegleitung in Österreich" angeregt. Diese führte im Dezember 2001 zu einem einstimmigen Parlamentsbeschluss sowie auch zur einstimmigen Verabschiedung eines Zehn-Punkte-Programms für die Hospiz- und Palliativbetreuung in Österreich über alle Parteigrenzen hinweg.
Die Caritas ist in Österreich seit mehr als 20 Jahren in der Hospizarbeit aktiv und hat im Vorjahr gemeinsam mit der Caritas Socialis und dem Verein MOKI (Mobile Kinderkrankenpflege Wien) das Mobile Kinderhospiz MOMO gegründet. Ziel war es, eine Lücke in der Hospiz- und Palliativversorgung von schwerst- und lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen zu schließen.