Erzbischof der Krim: Ukrainer in Gefahr
Die Ukrainer auf der Halbinsel Krim werden laut dem orthodoxen Kiewer Patriarchat massiv bedroht. Die russische Propaganda behaupte, dass die Ukrainer Faschisten seien und umgebracht werden sollten, sagte der Erzbischof der Krim, Kliment, am Dienstagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform: "Die Menschen haben Angst, dass damit begonnen wird, sie zu töten."
Kliment warf Europa vor, der gefährlichen Entwicklung nur zuzuschauen wie während der großen Hungersnot in der Ukraine 1933 und der Ermordung der Juden durch die deutschen Besatzer 1941. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten unterdessen alle Bischöfe des Kiewer Patriarchates die Besetzung der Krim durch russische Truppen und die "Revolte bewaffneter Separatisten" auf der ukrainischen Halbinsel. Die Behauptung, Russisch sprechende Bürger der Krim würden durch Extremisten und Faschisten bedroht, sei eine "zynische Lüge", um das Eingreifen russischer Truppen zu rechtfertigen.
Die neue prorussische Regierung der Krim will die Bürger am Sonntag über eine Abspaltung der Halbinsel von der Ukraine und einen Beitritt zu Russland abstimmen lassen. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA sehen darin einen Bruch der ukrainischen Verfassung und warnen Moskau vor einer Annektierung der Krim.