"Gewerkschaft der Glaubenden"
Nach seinen fünftägigen Fastenexerzitien ist Papst Franziskus am Freitag in den Vatikan zurückgekehrt. In seiner kurzen, vom Presseamt veröffentlichten Abschlussrede an die teilnehmenden Kurienmitarbeiter beschrieb er die Einkehrtage als große Bereicherung. Alle kehrten jetzt mit dem guten Samen des Gotteswortes zurück, sagte er. "Der Herr wird Regen schicken und dieser Samen wird wachsen. Er wird wachsen und Frucht bringen." Die Teilnehmer aus der Leitung der Weltkirche bezeichnete Franziskus mit einem Lachen als "Gewerkschaft der Glaubenden". "Wir sind alle Sünder, haben aber alle den Willen, Jesus nachzufolgen, ohne die Hoffnung auf das Versprechen und den Humor zu verlieren."
Ausdrücklich dankte Franziskus dem römischen Priester Angelo De Donatis, der die täglichen Gebetstreffen mit seinen Meditationen über Stellen aus dem Evangelium leitete. "Denn Sie sind der Sämann, und das verstehen Sie gut! Sie säen hier und dort, scheinbar ohne es zu merken, oder Sie tun einfach nur so? doch Sie dringen dabei zum Kern der Sache vor. Danke dafür!" Anders als bisher üblich hatte Franziskus die Meditationen nicht einem Kardinal, sondern einem Gemeindepfarrer übertragen. Es war auch das erste Mal, dass ein Papst die traditionellen Fastenexerzitien nicht im Vatikan, sondern außerhalb Roms verbrachte. Dazu wählte er ein abgelegenes Ordenshaus in Ariccia in den Albaner Bergen circa 30 Kilometer südöstlich von Rom.