Halik erhält Templeton-Preis 2014
Der tschechische Religionsphilosoph Tomas Halik (65) erhält den mit umgerechnet 1,3 Millionen Euro dotierten Templeton-Preis. Der katholische Intellektuelle werde damit für seinen Einsatz für Religionsfreiheit im kommunistischen Regimes in seinem Heimatland und sein Engagement für den Dialog zwischen verschiedenen Religionen und mit Nichtgläubigen geehrt, teilte die Londoner Templeton-Stiftung am Donnerstag mit.
Der Templeton-Preis ist eine der am höchsten dotierten Auszeichnungen und wird für besondere Leistungen im Bereich von Wissenschaft und Religion verliehen. Bisherige Preisträger waren u.a. Desmond Tutu (2013), der Dalai Lama (2012) und Mutter Teresa (1973).
Der Soziologe und Religionsphilosoph Halik zählt zu den bekanntesten katholischen Intellektuellen in Mittel- und Osteuropa. Er war ein enger Vertrauter des ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel sowie des langjährigen Prager Erzbischofs Frantisek Tomasek und genießt in der doch deutlich atheistisch geprägten tschechischen Gesellschaft hohes Ansehen.
Halik lehrt an der Karls-Universität und nimmt regelmäßig zu politischen und ethischen Fragen Stellung. Vor allem ermutigt er die Tschechen zu mehr gesellschaftlicher und politischer Mitbestimmung und einer ernsthaften Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit. Zudem setzt er sich seit langem für den weltweiten Dialog zwischen den Religionen ein.
Der 1948 geborene Halik wuchs in einem liberal-intellektuellen Elternhaus auf. Zur Kirche kam er erst nach seinem Ausschluss aus dem Wissenschaftsbetrieb durch die Kommunisten 1972. Er studierte im Geheimen Theologie und wurde 1978 in Erfurt zum Priester geweiht. Elf Jahre lang arbeitete er im Zivilberuf als Psychotherapeut für Alkohol- und Rauschgiftsüchtige.
Als Untergrundpriester hielt er geheime Seminare ab. Zu seinem Dissidenten-Zirkel gehörten auch führend die Brüder Havel. Zeitweilig lebte Halik in einem buddhistischen Kloster in Indien und hielt Vorträge in den USA.