Krim-Krise:Kritik an Moskauer Patriarchats
Massive Kritik am Verhalten des Moskauer Patriarchats in der Krim-Krise übt die griechisch-katholische Kirche der Ukraine. Der Sekretär ihrer Bischofssynode, Weihbischof Bogdan Dziurach (46), warf im Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA der russischen Kirche vor, einen Militäreinsatz indirekt zu billigen.
Patriarch Kyrill I. habe, obwohl auch Kirchenoberhaupt von Millionen Ukrainern, in seiner Stellungnahme die Ukraine weder "als ein unabhängiges Land bezeichnet noch den militärischen Angriff von Putin mit einem Wort verurteilt". Wenn er "sich also nur Sorge um Opfer bei der Zivilbevölkerung macht, so fragt man sich, ob hinter den allgemeinen Phrasen über die Bruderschaft des ukrainischen, weißrussischen und russischen Volkes nicht doch ein stiller Segen für das gewaltsame Vorgehen Putins in der Ukraine gegeben wurde", so Dziurach. Die Aussage Kyrill I. habe ihn "fassungslos" gemacht.
Bislang kritisierte in Russland keine Glaubensgemeinschaft die Erlaubnis des Parlaments, Truppen in das Nachbarland zu entsenden. Der Interreligiöse Rat rief stattdessen die "Brudervölker" zur gegenseitigen Freundschaft auf. Die vier katholischen Bischöfe des Riesenreichs mahnten in ihrem Hirtenbrief zur Fastenzeit die Überwindung aller Feindseligkeiten zwischen beiden Ländern an. Bischof Clemens Pickel, dessen Diözese Saratow an die Ukraine grenzt, wollte sich zur Krise auf Anfrage nicht äußern.