Papst trifft Kirchner und Schewtschuk
Papst Franziskus hat am Montag in getrennten Audienzen zwei Bekannte aus seiner argentinischen Zeit empfangen: Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner und den ukrainischen Großerzbischof Swajatoslaw Schewtschuk, der 2010 bis 2011 die Eparchie Buenos Aires geleitet hatte.
Die Begegnung mit Kirchner fand nicht wie bei Staatsgästen üblich im Apostolischen Palast statt, sondern um die Mittagszeit im Gästehaus Santa Marta, wo das Kirchenoberhaupt wohnt. Der Papst lud das Staatsoberhaupt seines Heimatlandes auch zum Mittagessen ein. Vor dem Eingang hatten sich etliche argentinische Journalisten eingefunden, denen der Papst bei seiner Ankunft einen "besonderen Segen für ganz Argentinien" übermittelte.
Als Erzbischof von Buenos Aires hatte Jorge Mario Bergoglio insbesondere Kirchners Sozialpolitik teils hart kritisiert; die Beziehung galt als unterkühlt. Kirchner und ihr verstorbener Ehemann und Vorgänger Nestor Kirchner waren seit 2006 dem traditionellen Te Deum, dem Gebet zum argentinischen Unabhängigkeitstag in der Hauptstadtkathedrale, ferngeblieben.
Allerdings nahm Kirchner am 19. März 2013 an der ersten Papstmesse von Franziskus zu dessen Amtsantritt teil und konnte als erstes Staatsoberhaupt ihren Landsmann begrüßen. Anschließend trafen beide auch am Rand des Weltjugendtags Ende Juli in Rio de Janeiro zusammen. Für 2016 wird Franziskus zu einem ersten Heimatbesuch in Argentinien erwartet.
Mit Großerzbischof Schewtschuk von Kiew erörtete der Papst zuvor die aktuelle Lage in seiner Heimat; über den Inhalt der Unterredung wurde zunächst nichts bekannt.
Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist die größte katholische Ostkirche. Zu ihr bekennen sich nach offiziellen Kirchenangaben rund sieben Millionen Mitglieder. Davon leben etwa 1,5 Millionen im Ausland, wo mehr als die Hälfte der Diözesen und Exarchate liegen. In der mehrheitlich orthodoxen Ukraine ist etwa jeder zehnte Einwohner griechisch-katholisch.
Schewtschuk, geboren 1970, wurde 2009 von Benedikt XVI. zum Titularbischof von Castra Galbae und Weihbischof für die Eparchie Buenos Aires/Santa Maria del Patrocinio ernannt. Am 10. April 2010 ernannte Benedikt XVI. Schewtschuk zum Apostolischen Administrator "sede vacante et ad nutum Sanctae Sedis" der Eparchie Santa Maria del Patrocinio.