Franziskus fordert: " Arbeit für alle"
Arbeit ist nach Worten von Papst Franziskus ein "Gut, das allen Menschen zur Verfügung stehen muss". Das verlange Solidarität in einer Welt, die zu wenig Arbeitsplätze schaffe, weil nicht der Mensch sondern das Geld im Mittelpunkt stehe, sagte er am Donnerstag vor Stahlarbeitern aus dem mittelitalienischen Terni. Rund 7.000 Menschen aus der nordöstlich von Rom gelegenen Provinz waren anlässlich des 130-jährigen Bestehens der dortigen Stahlwerke zu einer Pilgerfahrt nach Rom gekommen.
Arbeitslosigkeit sei heute ein großes Problem in vielen europäischen Länder, sagte der Papst. Daher müssten sich Politiker, Unternehmer, Arbeiter und Gewerkschaften um einen gesellschaftlichen Neuansatz bemühen, in dem Gerechtigkeit und Solidarität im Mittelpunkt stünden. "Das Wort Solidarität droht derzeit aus dem Sprachschatz zu verschwinden. Es wird immer mehr zu einem Schimpfwort!", und das sei unvertretbar, betonte der Papst.
Arbeit diene nicht nur wirtschaftlichen Zwecken und dem Verdienst, sondern dem ganzheitlichen Wohl des Menschen und seiner Würde, unterstrich Franziskus unter dem Applaus der Arbeiter. "Der erste Zweck von Arbeit ist das Wohl der menschlichen Person", damit sie sich mit ihren intellektuellen, kreativen und handwerklichen Fähigkeiten verwirklichen könne. "Die Würde des Menschen ist an die Arbeit gebunden". Wenn Arbeit fehle, sei diese Würde verletzt. Wer arbeitslos oder unterbeschäftigt sei, riskiere an den Rand der Gesellschaft gedrängt und sozial ausgeschlossen zu werden, gab der Papst zu bedenken. - Die Audienz fand einen Tag nach dem liturgischen Fest des Heiligen Josefs statt, der auch als Patron der Arbeiter gilt.