
Ordens-Kampagne- Blick aufs Wesentliche
Vorgaben hinterfragen, nachdenklich machen und den Beitrag der Orden für die Gesellschaft bewusster machen: Das ist das Ziel eines im kommenden Mai und Juni laufenden Themenschwerpunktes, mit dem sich die österreichischen Ordensgemeinschaften auf das von Papst Franziskus ausgerufene "Jahr der Orden 2015" vorbereiten. Unter dem Motto "viel mehr - wesentlich weniger" wird auf Kernkompetenzen der Orden aufmerksam gemacht, darunter vor allem auf das "rechte Maß" und die Einfachheit.
Angesichts der negativen Begleiterscheinungen von Überfluss, Wachstum und Beschleunigung hat die Frage, was das Leben wirklich braucht, an Stellenwert gewonnen: "Von den meisten Dingen brauchen wir weniger, von anderem haben wir zu wenig, weil nur materiellen Dingen Wert zugesprochen wird", heißt es auf der Website der Aktion. Durch ihre jeweiligen Traditionen hätten die Ordensgemeinschaften "Zugänge zu den echten tiefen Bedürfnissen des Menschen", die nun auf unkonventionelle Weise vor Augen geführt werden sollen.
Herzstück der Kampagne sind 27 "Begegnungen" in allen Bundesländern, gemeinsam veranstaltet von jeweils mehreren Ordensgemeinschaften, bei denen es fernab der Klostermauern "um konkrete Personen und ihre persönliche Werthaltung im Verhältnis zu mehr oder weniger" gehen wird, heißt es in der Ankündigung. Ein weiteres Zielpublikum sind Medienschaffende, zudem sollen auch die Ordensgemeinschaften selbst angeregt werden, sich mit ihrem eigenen Charisma und ihrer Botschaft in der heutigen und künftigen Gesellschaft auseinanderzusetzen.
Zum Auftakt der Aktion wurde bereits bei der Herbsttagung der Orden 2013 ein Videoprojekt gestartet, in dem der Künstler Werner Pfeffer 30 Ordensvertreter vor laufender Kamera mit vier Fragen zu den allgemeinen und persönlichen Sehnsüchten nach "Mehr" und "Weniger" konfrontierte. "Gerade im Weniger liegt das Mehr, da es frei macht", so eine der auf "YouTube" publizierten Antworten, darunter auch Aussagen der Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, Sr. Beatrix Mayrhofer: "Wenn das Weniger das konzentrierte kostbare Alles ist, dann stillt es alle Sehnsüchte".