
Papst erinnert an Johannes Paul II.
An den polnischen Papst, der vor genau neun Jahren gestorben ist, hat der argentinische Papst am Mittwoch erinnert. Johannes Paul II. (Karol Wojtyla; Pontifikat von 1978 bis 2005), früherer Erzbischof von Krakau, starb am 2. April 2005 nach langem schweren Leiden. Am 27. April wird er heiliggesprochen.
In seinem Grußwort an die Pilger aus Polen bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz blickte Papst Franziskus auf das Großereignis der Heiligsprechung Johannes Pauls II. am Sonntag nach Ostern voraus. Die Vorbereitung darauf sei Gelegenheit für eine Vertiefung des Glaubens. Am Todestag des polnischen Papstes würdigte Franziskus seinen Vorvorgänger auf dem Stuhl Petri als "unermüdlichen Prediger von Gottes Wort, der Wahrheit und des Guten".
"Er hat selbst durch sein Leiden Gutes getan. Das war das Lehramt seines Lebens, auf das das Volk Gottes mit großer Liebe und Wertschätzung reagiert hat. Seine Fürsprache stärke in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Während dieser Vorbereitung begleite euch mein apostolischer Segen", sagte Franziskus.
In seiner Audienzansprache ging er auf das Sakrament der Ehe ein. "Danke", "Bitte" und "Entschuldigung" sind laut Franziskus "magische Worte" in einer Ehe. Dass es im Alltag immer wieder Streit gebe, dürfe Eheleute nicht betrüben. Wichtig sei, dass sie sich jeden Abend versöhnten. "Da reicht schon eine kleine Geste", so der Papst.
"Wir sind geschaffen worden, um zu lieben", sagte Franziskus. Gott habe Mann und Frau aus Liebe geschaffen und sie dazu berufen, sich gegenseitig zu lieben und ein Leben in Gemeinschaft zu führen. Ehepartner hätten zudem die Aufgabe, auch im Alltag die Liebe Christi zu seiner Kirche sichtbar zu machen. Wichtig sei das Gebet der Ehepartner miteinander und füreinander.
"Wenn die Familie betet, wird die Verbindung gehalten. Wenn der Ehemann für die Ehefrau betet und sie für ihn, wird diese Verbindung stark. Einer betet für den anderen", betonte Franziskus.
In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass der Papst im September erstmals auch das Ehesakrament spenden will. Der Vatikan informierte römische Pfarren, dass sich Brautleute am 14. September das Ja-Wort vor dem Papst im Vatikan geben könnten. Franziskus hatte bereits am 14. Februar, dem Valentinstag, verlobte Paare zu einer Sonderaudienz in den Vatikan eingeladen.
Gedenken an L'Aquila-Beben
Im Grußtext für die Pilger aus Italien richtete sich der Papst im Rahmen der Generalaudienz an die Einwohner der Abruzzen-Bezirksstadt L'Aquila, die vor fünf Jahren von einem Erdbeben verwüstet wurde. Er bete für die zahlreichen Opfer und bitte um Schutz für diejenigen, die immer noch unter den Folgen der Naturkatastrophe litten, so der Papst.
"Ich ermutige alle, die Hoffnung lebendig zu halten! Der Wiederaufbau der Häuser möge mit dem der Kirchen zusammenfallen, die Häuser des Gebetes für alle sind, und dem der Kunstwerke, mit denen eine Wiederbelebung des Territoriums verbunden ist", sage Franziskus.