
Heiligsprechung von drei Amerika- Missionaren
Papst Franziskus hat am Donnerstag drei Persönlichkeiten der Missionsgeschichte Amerikas heiliggesprochen. Der Jesuit P. Jose de Anchieta (1534-1597), Gründer der Stadt Sao Paulo, sowie die kanadischen Indianermissionare Bischof Francois de Montmorency-Laval (1623-1708) und Sr. Maria Guyart (1599-1672) wurden mittels einfacher Dekretsunterzeichnung und ohne Feier in den Heiligenkalender aufgenommen. Unüblich war auch die Heiligsprechungs-Form der "Ausweitung" einer schon bestehenden Verehrung auf die gesamte Weltkirche: Für sie ist keine Prüfung durchgeführter Wunder nötig.
Im Ergebnis kommt die Aufnahme des Festes der Heiligen in den Kalender der Universalkirche einer formalen Heiligsprechung gleich. Die Ausweitungs-Form geht auf Urban VIII. (1623-1644) zurück. Sie wird in solchen Fällen angewandt, in denen schon viele Jahrzehnte lang eine regionale Verehrung besteht. Johannes Paul II. erhob etwa auf dieser Grundlage die Kaschauer Jesuitenmärtyrer Marko Krizin, Stephan Pongracz und Melchior Grodziecki 1995 in den Rang von Heiligen. Auch Benedikt XVI. hatte vor zwei Jahren die Mystikerin Hildegard von Bingen auf diese Weise heiliggesprochen, die zuvor im deutschsprachigen Raum und im Benediktinerorden schon lange verehrt worden war.
Interessant war auch, dass Franziskus keine eigene Feier für die Heiligsprechung der Amerika-Missionare angesetzt hatte. Vorgesehen sind vielmehr Dankmessen mit Pilgern im Anschluss. So werden etwa mehrere Tausend Spanier und Brasilianer zur großen Dankmesse für die Heiligsprechung Anchietas am 24. April in der zentralen römischen Jesuiten-Kirche "Il Gesu" erwartet. Ein großer Teil dieser Pilger nimmt auch an der Päpste-Heiligsprechung am 27. April auf dem Petersplatz teil.
Der als "Apostel Brasiliens" und Nationalheiliger verehrte Jose de Anchieta, eigentlich ein Spanier, kam 1553 von Portugal nach Brasilien. Dort wirkte er als Missionar und Erforscher der Indigenen-Sprachen. Kurz vor seinem Tod veröffentlichte er eine Grammatik der Tupi-Sprache. Anchieta war zudem maßgeblich an der Gründung der Jesuitenmission Piratininga beteiligt, aus der später die heutige Metropole Sao Paulo, Brasiliens größte Stadt, entstand.
Die Nonne, Mystikerin und Missionarin Maria Guyart wurde 1599 im französischen Tours geboren. Nach dreijähriger, unglücklicher Ehe starb ihr Mann, worauf sie in den Ursulinenorden eintrat, der sie 1639 nach Kanada entsandte. Sie gründete hier mehrere Klöster und engagierte sich besonders in der Bildung und Evangelisierung der indigenen Stämme, wofür sie u.a. Katechismen in der Sprache der Huronen, der Irokesen und der Algonkin verfasste. Papst Johannes Paul II. nannte Maria Guyart bei der Seligsprechung 1980 die "Mutter der katholischen Kirche in Kanada".
Der heilige Francois de Montmorency-Laval, Sohn eines französischen Gutsherrn, war der erste katholische Bischof im kanadischen Quebec. Er ist als unermüdlicher Geistlicher bekannt, der im Kanu, zu Fuß und auf Schneeschuhen ganz Kanada durchwanderte, sich speziell um die Würde der Indianer einsetzte und sie gegen ihre Ausnutzung durch Kaufleute verteidigte. In den Jahren 1663 und 1682 war er zudem provisorischer Generalgouverneur von Neufrankreich.