
Papst:"Kampf dem Menschenhandel!"
Papst Franziskus hat zum verstärkten Kampf gegen Menschenhandel aufgerufen. Diesem "Verbrechen gegen die Menschheit" müsse mit vereinten Kräften begegnet werden, forderte der Papst am Donnerstag vor Teilnehmern der internationalen "Conference on Combating Human Trafficking" im Vatikan, die von der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales organisiert wird. Täter seien mit der Strenge des Gesetzes zu verfolgen; zugleich sei humanitäre Hilfe für die Opfer nötig. Menschenhandel sein eine "offene Wunde am Körper der Menschheit unserer Zeit und im Fleisch Christi", sagte Franziskus.
An der am Mittwoch im Vatikan eröffneten zweitägigen Konferenz über Menschenhandel nahmen Vertreter von Polizei und Kirche aus 22 Ländern teil, darunter auch Mitarbeiter von Europol und Interpol. Den Eröffnungsvortrag hielt die britische Innenministerin Theresa May. Auch Opfer aus Chile, der Slowakei und Ungarn kamen zu Wort.
Bei der Eröffnung sagte Ministerin May, Menschenhandel sei die Sklaverei des 21. Jahrhunderts. Es sei das größte Übel unserer Gesellschaft mit allen Formen der Ausbeutung - Zwangsarbeit, Kinderarbeit, sexuelle Ausbeutung, Prostitution und Organhandel. Auch dem Papst sei das Engagement dagegen ein ständiges Anliegen. Weltweit seien 2,4 Millionen Personen betroffen, auf 32 Milliarden Dollar würden die jährlichen Einnahmen geschätzt.
Best-praktice-Projekt in diesem Problemfeld ist die Londoner Anlaufstelle für Opfer von Menschenhandel. Ein Schwesternorden hilft den Betroffenen, in ihr Land zurückzukehren oder sich in England zu integrieren. Neben Vertretern aus Indien, Rumänien, Nigeria und Australien unterstrich auch der Generalsekretär von Interpol, Roland Noble, die Wichtigkeit dieser gemeinsamen Mission.
"Wir sind hier, weil wir Verbündete sind, in einem globalen Kampf für die Menschenwürde. Egal welcher Herkunft, welcher Nationalität oder welcher Religion wir sind und wie unterschiedlich wir sein mögen. Es ist ein schwieriger Kampf, ein nie enden wollender. Es ist ein Kampf, bei dem auch Interpol weiterhin engagiert sein will", so Noble laut Radio Vatikan.
Die Menschenhändler sollten bestraft werden, egal wo sie sich aufhielten, forderte Noble: "Wir müssen die Opfer befreien und werden nicht aufhören zu kämpfen, bis die Welt ein sicherer Platz geworden ist."