
Franziskus eröffnet Feier der Karwoche
Papst Franziskus hat die Feiern zur Karwoche in Rom am Sonntag mit der Palmsonntagsmesse begonnen. Auf dem Petersplatz segnete er vor mehreren Zehntausend Menschen 3.000 geflochtene Palmbuschen sowie rund 200.000 kleine Olivenzweige. Franziskus selbst trug einen Palmwedel in einer Prozession aus Kardinälen und Bischöfen vom Obelisken zum Altar auf der Treppe zum Petersdom.
In seiner Predigt rief Franziskus zur Selbstkritik auf. Christen müssten sich stets fragen, ob sie Jesus nicht ebenso verraten hätten, wie Judas dies getan habe. Viele verhielten gingen auch wie die biblische Figur des Pilatus schwierigen Situationen aus dem Weg und wüschen ihre Hände in Unschuld. Jeder Christ müsse sich mit Blick auf die Leidensgeschichte Jesu fragen, welche Rolle er selbst darin gespielt hätte, so Franziskus in seiner frei gehaltenen Predigt.
Bei der Liturgie verwendete Franziskus erstmals einen neuen Kreuzstab aus Olivenholz, den Häftlinge einer Strafanstalt im norditalienischen San Remo für ihn gefertigt haben. Der Kreuzstab, die sogenannte Ferula, ist ein Kennzeichen päpstlicher Würde. Der neue Kreuzstab ist laut Radio Vatikan mit dem Wappen des Jesuitenordens verziert, dem Franziskus angehört. Bislang hatte Franziskus zumeist auf den von Paul VI. und Johannes Paul II. benutzten Kreuzstab zurückgegriffen, jedoch auch jenen von Benedikt XVI. verwendet.
Die Palmsonntags-Liturgie erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem und bildet den Auftakt der Liturgie für die Karwoche. Am Gründonnerstag feiert Franziskus eine Chrisammesse, in der er die heiligen Öle segnet. Zum traditionellen Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstagabend besucht er ein römisches Therapiezentrum für Behinderte. Am Karfreitag steht der traditionelle Kreuzweg am Kolosseum auf dem Programm. Am Samstagabend folgt die mehrstündige Feier der Osternacht im Petersdom, am Ostersonntag die Ostermesse mit dem anschließenden Segen "Urbi et orbi".