
Papst: Abtreibung verabscheuungswürdig
Papst Franziskus hat Abtreibungen als "verabscheuungswürdige Verbrechen" verurteilt. Jedem "direkten Anschlag auf das Leben" sei mit "entschiedenstem Widerstand" entgegenzutreten, sagte der Papst am Freitag vor Mitgliedern einer italienischen Lebensschutzvereinigung im Vatikan.
Unschuldiges und schutzloses Leben müsse stärker verteidigt werden, forderte Franziskus. Dies gelte insbesondere für das ungeborene Kind im Mutterleib. Jeder Christ sei aufgerufen, das Leben mit Mut und Liebe zu schützen, forderte der Papst. Dabei müssten die betreffenden Frauen jedoch stets als Person betrachtet, angehört und begleitet werden.
Offenbar mit Blick auf die Reproduktionsmedizin kritisierte Franziskus zugleich, dass Markt und Moral immer weiter auseinanderdrifteten. Durch neue Techniken würden elementare ethische Normen immer stärker "verdunkelt", sagte Franziskus.
Auch Wirtschaft kann töten
Das Gebot "Du sollst nicht töten" setze "eine klare Grenze, um den Wert menschlichen Lebens zu schützen". Ebenso müssten jedoch die im Lebensschutz Engagierten heute auch "Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Ungleichheit sagen", sagte der Papst. Und er wiederholte den Satz aus seinem Lehrschreiben "Evangelii Gaudium": "Diese Wirtschaft tötet." Eines der "schwerwiegendsten Risiken" unserer Epoche sei "die strikte Trennung zwischen Wirtschaft und Moral", fuhr Franziskus fort.
Die Kirche widersetze sich "jedem Angriff auf das Leben". Lebensschützer sollten aber auch lernen, eine Haltung der Freundschaft zu zeigen, damit "jede Frau sich als Person wertgeschätzt, angehört, aufgenommen und begleitet fühlen möge".
Ebenfalls beim Papst in Audienz war an diesem Freitag eine Gruppe von Kinderschützern. Ihnen gab Franziskus mit auf den Weg, dass es heute gegen "Sklavenarbeit" und die Rekrutierung von Kindersoldaten zu kämpfen gelte.
"Positiv gedreht müssen wir das Recht jedes Kindes betonen, in einer Familie aufzuwachsen, mit Vater und Mutter, die ihm bei seiner Entwicklung und seinem affektiven Reifen helfen", sagte der Papst laut Radio Vatikan. Dazu gehöre auch "das Recht der Eltern auf die moralische und religiöse Erziehung der eigenen Kinder". Man solle in diesem Bereich "nicht herumexperimentieren", so der Papst, der selbst einmal Lehrer an einer Jesuitenschule in Argentinien war. "Mit Kindern und Jugendlichen kann man nicht experimentieren", sonst könne man bei "manipulativer Erziehung" landen wie in den "großen Völkermord-Diktaturen des 20. Jahrhunderts".
Auch einen Tweet setzte Papst Franziskus an diesem Freitag ab. Er lautet: "Nur das Vertrauen auf Gott kann den Zweifel in Gewissheit verwandeln, das Böse ins Gute, die Nacht in den strahlenden Morgen."