
Bischof Zsifkovics bei Heiligsprechung in Rom
Die Verbundenheit des Burgenlandes mit den beiden Päpsten Johannes XXIII. und Johannes Paul II. hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics betont. Er wird als Vertreter der österreichischen Bischöfe an der Heiligsprechung der beiden Päpste am Sonntag im Vatikan teilnehmen. "Beide haben für die Diözese Eisenstadt und das Burgenland große Bedeutung", so Bischof Zsifkovics wörtlich gegenüber "Kathpress". Papst Johannes XXIII. habe das Burgenland, das bis dahin nur eine Apostolische Administratur gewesen war, am 15. August 1960 zur Diözese erhoben, erinnerte der Bischof: "Und Papst Johannes Paul II. hat uns sogar besucht."
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Zsifkovics sprach von einem "historischen Moment", als am 24. Juni 1988 Johannes Paul II. burgenländischen Boden betrat. Gemeinsam mit Diözesanbischof Stefan Laszlo habe der Papst aus Polen die Heilige Messe auf dem Flugplatz in Trausdorf gefeiert. Unter den geschätzten 80.000 Besuchern seien etwa 50.000 Menschen aus Ungarn gewesen, etwa 13.000 aus Jugoslawien. Bischof Zsifkovics, der damals als junger Erwachsener dabei war: "Dass dies etwa ein Jahr vor dem Fall des Eisernen Vorhangs geschah, gibt dem Ereignis aus heutiger Sicht eine unglaubliche Dramatik." In seiner Predigt habe sich Johannes Paul II. damals vor allem an die Jugend gewandt und sie gebeten, offen für Gott zu sein. Er bat uns alle, Brückenbauer zu sein und Grenzen zu überschreiten. Zsifkovics: "Niemand konnte damals ahnen, welchen Beitrag zur bald darauf folgenden Ostöffnung und zum Fall des Kommunismus dieser Mann selbst geleistet hatte."
Dass die Diözese Eisenstadt in einer Zeit neuer Brüche und Umbrüche weiter als Brückenbauer tätig sein muss, sehe er als das große bleibende Vermächtnis dieses neuen Heiligen, so Bischof Zsifkovics. Bei der Heiligsprechung kommenden Sonntag werden auch zahlreiche Pilger aus dem Burgenland auf dem Petersplatz anwesend sein. Auch aus allen anderen österreichischen Diözesen machen sich Gläubige auf den Weg nach Rom. Aus Kärnten werden beispielsweise zwei Pilgergruppen mit rund 140 Gläubigen anreisen. Papst Johannes Paul II. hatte 1988 Kärnten besucht und mit 70.000 Pilgerinnen und Pilgern aus Kärnten, der Steiermark, Slowenien und Friaul einen Festgottesdienst in Gurk gefeiert.