
Christen: Friedenshüter in Europa!
Für eine "neue Offenheit für die Werte von Religion und Glaube, damit Friede in Europa und darüber hinaus eine neue Chance hat", hat der Kärntner Bischof Alois Schwarz appelliert. "Der Frieden in Europa hängt wesentlich von der Kraft des Christentums ab", sagte Schwarz bei einem Friedensfest mit rund 200 Jugendlichen aus Kärnten und Bosnien unter dem Motto "Peace for all" am Samstag in Klagenfurt. Das Fest an dem auch der bosnische Kardinal Vinko Puljic teilnahm, war einer der Höhepunkte der dieswöchigen Feiern zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft der Diözesen Sarajevo und Gurk-Klagenfurt.
Friede sei nicht selbstverständlich sagte Bischof Schwarz mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine. Christen seien als "Hüter der europäischen Idee von Friede und Versöhnung" herausgefordert, "am Projekt Frieden in Europa und in der Welt mitzubauen und es nicht dem Zufall zu überlassen".
Kardinal Puljic betonte, dass Friede nicht nur das Gegenteil von Krieg sei. "Friede ist, wenn zwischen jedem einzelnen Menschen und jedem Volk Gerechtigkeit herrscht", sagte der Erzbischof von Sarajevo. Das Friedensfest sei eine beispielhafte Begegnung, "die Menschen aus verschiedenen Kulturen, sozialen Schichten, Altersgruppen und Kulturen zusammen bringt und ein Zeichen für den Frieden und ein friedliches Miteinander setzt".
Das Zusammenleben in Bosnien erfordere tagtäglich Toleranz und den guten Willen für ein gelingendes Miteinander. Nur über den Frieden zu sprechen, sei hingegen nicht ausreichend, betonte der Kardinal und dankte für die Diözesanpartnerschaft, bei der es "vor allem auch um die Solidarität mit den Menschen in Bosnien geht".
Kriegswunden in Bosnien nicht verheilt
Die Diözese Gurk und die Erzdiözese Sarajevo würden seit zehn Jahren "einen Weg des Friedens miteinander gehen und gestalten", sagte der Kärntner Bischof Schwarz. Das von der Katholischen Jugend organisierte Friedensfest sei ein "deutliches Zeichen gelebter Geschwisterlichkeit, Solidarität, Offenheit und Toleranz". "Es ist wichtig, weiterhin mit der großen Hoffnung in die Zukunft zu gehen, dass Friede miteinander gebaut werden kann", sagte Schwarz.
Der Kärntner Bischof kündigte die intensive Fortsetzung der Diözesanpartnerschaft auch in den kommenden Jahren an. Man wolle "gemeinsam als Christen stark sein" und in der Europäischen Union lautstark dafür eintreten, "dass die Menschen in Bosnien nicht vergessen werden - denn die Wunden des Krieges sind noch nicht verheilt". In diesem Zusammenhang verwies Schwarz auf die Notwendigkeit der Vergebung und Versöhnung, ohne die es keinen Frieden geben könne. Es sei wichtig, "Menschen als Menschen zu sehen und nicht die Vergangenheit aufzurechnen".
Partner seit 2004
Die 2004 nach dem Mitteleuropäischen Katholikentag gestartete Diözesanpartnerschaft hat besonders für Bosniens Katholiken hohe Bedeutung. Schon mehrmals haben Schwarz und Puljic mit Delegationen die jeweils andere Diözese besucht. Neben der Zusammenarbeit in sozialen Projekten sind über die Jahre auch mehrere Pfarr- und Schulpartnerschaften entstanden.
Im Vorfeld des aktuellen Friedensfestes wurden über Kärntner Religionslehrer, die Katholische Jugend und kirchliche Jugendzentren Friedens-Festival-Armbänder verkauft. Der Erlös von 8.000 Euro kommt dem Jugendzentrum "Johannes Paul II" in Sarajewo zugute.