
Neues Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
Die Caritas Wien hat sich in einer ersten Reaktion "tief schockiert" über das erneute Flüchtlingsunglück vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa gezeigt, das am Montag 16 Menschenleben gefordert hatte. "Es ist eigentlich kein Drama, keine Tragödie, sondern ein Verbrechen, wenn wir schutzsuchende Frauen, Männer und Kinder im Mittelmeer hilflos ertrinken lassen", mahnte Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, in einer Aussendung am Dienstag und erinnerte gleichzeitig an die Worte von Papst Franziskus, der bei seinem Besuch auf der Insel von einer "Schande für Europa" gesprochen und vor einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" gewarnt hatte.
Die erneute Tragödie habe gezeigt, dass Betroffenheit alleine niemanden rette. "Jetzt gilt es Maßnahmen zu setzen, um weiteres Leid zu verhindern", so Schwertner. Aus der Sicht der Caritas sei der Schritt vom Reden zum Tun dringend nötig, um zu verhindern, "dass das Mittelmeer vor Lampedusa ein Massengrab bleibt".
In den letzten 20 Jahren haben dort über 25.000 Menschen auf der Flucht den Tod gefunden. "Auf der einen Seite bei der Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen und auf der anderen Seite in den Grenzschutz mit meterhohen Stacheldrahtzäunen zu investieren, dass ist nicht die Sozial- und Solidaritätsunion EU, in der wir leben wollen", appelliert Schwertner an die verantwortlichen Politiker.
Chalupka: Konzertierte Bemühungen
"Tiefe Betroffenheit, Trauer und Enttäuschung über eine fehlgeleitete europäische Asylpolitik" löste die Nachricht über die neuerliche Flüchtlings-Tragödie vor Lampedusa auch beim evangelischen Hilfswerk Diakonie aus. "Es können keine weiteren Toten hingenommen werden", betonte Diakonie-Direktor Michael Chalupka in einer Aussendung am Dienstag.
Die Zusage der österreichischen Regierung, weitere 1000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, sei ein guter Anfang. "Aber was es dringend braucht, sind konzertierte Bemühungen der Europäischen Union und der europäischen Nationalstaaten, Möglichkeiten zu schaffen, dass Flüchtlinge auf legalem Weg in Sicherheit gelangen und Schutz erhalten können", so der Diakonie-Direktor.
Europa müsse, wolle es solche Tragödien in Zukunft verhindern, die Seenotrettung massiv verstärken und sich wesentlich mehr als bisher für geschützte Einreisemöglichkeiten engagieren. Konkret forderte Chalupka Visaerleichterungen für Flüchtlinge, die Möglichkeit, Asylanträge in den Botschaften und europäischen Vertretungsbehörden stellen zu können und eine Beteiligung am weltweiten Resettlement-System.
"Auch im laufenden EU-Wahlkampf werden die Wahlprogramme der Parteien daran zu messen sein, welcher Umgang mit Ertrinkenden zu erwarten ist und welche Rolle die Asylpolitik spielen wird", so der Diakonie-Direktor. Europa müsse in einen Wettbewerb der Lebensrettung eintreten und den unwürdigen Wettbewerb des Wegschauens endlich beenden.
"Tiefe Betroffenheit, Trauer und Enttäuschung über eine fehlgeleitete europäische Asylpolitik" löste die Nachricht über die neuerliche Flüchtlings-Tragödie vor Lampedusa auch beim evangelischen Hilfswerk Diakonie aus. "Es können keine weiteren Toten hingenommen werden", betonte Diakonie-Direktor Michael Chalupka in einer Aussendung am Dienstag.
Die Zusage der österreichischen Regierung, weitere 1000 Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, sei ein guter Anfang. "Aber was es dringend braucht, sind konzertierte Bemühungen der Europäischen Union und der europäischen Nationalstaaten, Möglichkeiten zu schaffen, dass Flüchtlinge auf legalem Weg in Sicherheit gelangen und Schutz erhalten können", so der Diakonie-Direktor.
Europa müsse, wolle es solche Tragödien in Zukunft verhindern, die Seenotrettung massive verstärken und sich wesentlich mehr als bisher für geschützte Einreisemöglichkeiten engagieren. Konkret forderte Chalupka Visaerleichterungen für Flüchtlinge, die Möglichkeit, Asylanträge in den Botschaften und europäischen Vertretungsbehörden stellen zu können und eine Beteiligung am weltweiten Resettlement-System.
"Auch im laufenden EU-Wahlkampf werden die Wahlprogramme der Parteien daran zu messen sein, welcher Umgang mit Ertrinkenden zu erwarten ist und welche Rolle die Asylpolitik spielen wird", so der Diakonie-Direktor. Europa müsse in einen Wettbewerb der Lebensrettung eintreten und den unwürdigen Wettbewerb des Wegschauens endlich beenden.