
Kapellari: Kirche braucht "wetterfeste" Priester
"Wetterfeste" Priester, die von sich sagen können "Ich bin gerne Priester" wünscht sich der steirische Bischof Egon Kapellari für seine Diözese. Bei der traditionellen Priesterwallfahrt, zu der zahlreiche Priester und Diakone mit ihrem Bischof am Montag nach Maria Lankowitz gekommen waren, kam Kapellari in seiner Predigt mehrmals auf Papst Franziskus zu sprechen. Dieser rede dabei oft auch über die priesterliche Existenz heute und entwickle so etwas wie einen "positiven Priesterspiegel". Kapellari: "Der Papst tadelt Bequemlichkeit und Eitelkeit. Damit will er uns gewiss keinem neurotierenden Leistungsdruck aussetzen, wohl aber will er uns positiv dynamisieren." Franziskus könne und wolle dabei nichts weiter sein als "ein Zeigefinger, der auf Jesus Christus hinweist".
Die Kirche sei seit kurzem auf positive Weise besonders herausgefordert durch das Apostolische Schreiben "Evangelii Gaudium" des Papstes. Kapellari: "Der Papst bringt darin das in seiner Essenz durch keine Modernität überholbare Evangelium in vielen Facetten neu zum Leuchten. Er redet die großen Probleme nicht weg, aber er deckt die Quellen jener Energie auf, die helfen, Probleme zu lösen oder auch einfach wetterfester auszuhalten. Und all das mit jener Freude, die dem Evangelium den Namen gibt: frohe Botschaft."
"Ich bin gerne katholisch" hätten einige sehr bekannte katholische Laienchristen im Jahr 2012 bei der großen Auftaktveranstaltung zum "Jahr des Glaubens" in der Grazer Stadthalle zeugnisgebend gesagt, erinnerte Bischof Kapellari. Solche Zeugnisse seien auch eine Ermutigung für die Priester, "und sie stellen gerade uns die Frage, ob wir sagen können 'Ich bin gerne Priester'".
Papst Franziskus bringe in die Kirche "einen Schub fröhlicher gelebter Bergpredigt". Er verkünde kein Christentum zu herabgesetzten Preisen, "er will die Mitte und Tiefe des Glaubens und der Kirche stärken, aber er lebt, redet und handelt mit ungemein viel Empathie gegenüber denen, die nicht oder noch nicht in der Mitte der Kirche, sondern oft weit weg davon angesiedelt sind". Der Papst orientiere sich dabei zutiefst an Jesus Christus, betonte Kapellari.