
KFÖ fordert mehr Unterstützung für Pflegeeltern
Mehr Unterstützung für Pflegeeltern und den Ausbau präventiver Hilfsangebote für leibliche Eltern fordert der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ). In einer Aussendung zum internationalen "Tag der Familie" begrüße Familienverbands-Präsident Alfred Trendl am Donnerstag den jüngsten Vorstoß von Familienministerin Sophie Karmasin mehr Pflegekinder statt in Institutionen bei Familien unterzubringen. "Pflegeeltern bieten Kindern eine Chance durch liebevolle Zuwendung und Förderung im Leben gut Fuß fassen zu können", würdigte Trendl die "immense" Leistung von Pflegeeltern.
Österreichweit können nach Angaben des Familienverbandes rund 11.000 Kinder nicht von ihren Eltern betreut werden. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen lebt in Heimen und Wohngemeinschaften, 4.500 Pflegekinder werden von Pflegeeltern betreut.
Um die Anzahl jener Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, zu reduzieren, fordert der Katholische Familienverband einen flächendeckenden Ausbau sogenannter Früher Hilfen. Darunter wird ein Gesamtkonzept von unterstützenden Maßnahmen verstanden in der frühen Kindheit bis zum Alter von drei Jahren verstanden, das die Zusammenarbeit von Ärzten, Sozialarbeitern und Kinderbetreuung umfasst.
"Viele leibliche Eltern, die aus sozial schwer belasteten Verhältnissen kommen, sind durch die Geburt eines Kindes und den damit einhergehenden Veränderungen und Aufgaben überfordert", so Präsident Trendl. Mit dem Angebot der Frühen Hilfe müssten diese Eltern "so früh wie möglich und umfassend" unterstützt werden.
Familienarbeit nicht gering schätzen
Generell erneuerte Trendl anlässlich des Familientags seinen Wunsch nach mehr Solidarität und Engagement für die Jüngsten und Schwächsten in Österreich. "Kinder sind eine große Aufgabe und eine große Bereicherung", betonte er.
Für mehr Wertschätzung der Arbeit die in Familien geleistet wird, plädierte am Donnerstag auch KFÖ-Vizepräsidentin Irene Kernthaler-Moser. In einem Gastkommentar in der "Kleinen Zeitung" forderte sie eine Studie des Familienministeriums, um mit Fakten der Missachtung unbezahlter Familienarbeit in Österreich gegenzusteuern.
In Österreich würden jährlich mehr als 11 Milliarden Stunden unbezahlter Familien- und Hausarbeit geleistet, erinnerte Kernthaler-Moser. Diese Arbeit lege die Grundlage für die Kultur und künftige Kosten der Gesellschaft, werde jedoch "von großen Teilen der Gesellschaft weniger als Arbeit denn als Privatvergnügen betrachtet". Ein Fehler, wie Kernthaler-Moser mit einem einfachen Beispiel verdeutlichte. So führe die banale Frage nach einer guten Mundhygiene zu höheren oder eben zu niedrigeren Folgekosten für das Gesundheitssystem.
Quelle: kathpress