
Emeritierter Weihbischof Fasching verstorben
Der emeritierte Weihbischof von St. Pölten, Heinrich Fasching, ist am Sonntag Nachmittag nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Das hat die Diözese St. Pölten am Abend bekanntgegeben. Fasching wurde zuletzt im Elisabethheim in St. Pölten gepflegt und hatte erst vor kurzem, am 24. Mai, seinen 85. Geburtstag begangen. Diözesanbischof Klaus Küng würdigte den Verstorbenen als einen, der "für die Diözese gelebt, oft auch für sie und mit ihr gelitten" hat. Ein Begräbnistermin steht noch nicht fest, soll aber nach Angaben der Diözese am Montagnachmittag bekannt gegeben werden.
In einer ersten Stellungnahme erinnerte Bischof Küng an die zahlreichen Verdienste des Verstorbenen um die Diözese St. Pölten, die ihm zu großem Dank verpflichtet ist: "Sein Leben stand ganz im Dienste der Diözese. Unter seiner Ägide wurde der Dom renoviert, dem seine Liebe gehörte. Viele Jahre war er Dompropst, er kannte alle Priester und alle Kirchen des Landes, hat für sie unermüdlich gearbeitet und gesorgt - zunächst als Baudirektor, dann als Kanzler und schließlich als Generalvikar. Ich hoffe für ihn, dass er nun in Gott ausruhen kann und seine volle Erfüllung gefunden hat."
| Schönborn würdigt Fasching |
| Lobende Worte für den verstorbenen St. Pöltner Weihbischof Heinrich Fasching kamen am Montag auch von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Internationale Entwicklung und Mission (KOO). Als in der Bischofskonferenz zuständiger Referatsbischof für Weltkirche und KOO-Vorsitzender in den Jahren 1994 bis 2001 habe Fasching großes Verantwortungsbewusstsein gezeigt. "Diese Zeit war eine sehr erfolgreiche im Engagement für die Weltkirche. Wesentliche Reformschritte wurden umgesetzt, neue Initiativen gestartet und durchgeführt" so KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl in einer Aussendung. Fasching sei nie müde geworden, die Mitverantwortung seiner Bischofskollegen und aller Katholiken für die spirituellen und materiellen Nöte auch der fernen Nächsten zu betonen. Er habe sich u.a. ganz besonders für eine Spenden-Selbstverpflichtung und für die Einführung des Spendengütesiegels sowohl bei den Mitgliedsorganisationen wie auch in der Bischofskonferenz eingesetzt. 1995/1996 sei auf Initiative Faschings ein gesamtösterreichisches Bildungsprogramm zum Thema "Internationalen Verschuldung" durchgeführt worden und 1996 eine Kampagne zur "Entschuldung der ärmsten Länder des Südens", erinnerte Hödl. Weltweit habe man mit der vor allem von den christlichen Kirchen getragenen internationale Erlassjahr-2000-Kampagne für eine Entschuldung der ärmsten Länder des Südens kooperiert. Dafür seien weltweit 17 Millionen Unterschriften gesammelt worden. Der Beitrag Österreichs zur gesamten Entschuldungsthematik sei durch dieses Engagement der Katholischen Kirche enorm gesteigert worden. Ein Teil der Forderungen würden seit 1997 von der Österreichischen Bundesregierung laufend erfüllt, so Hödl. |
Das Wirken von Weihbischof Fasching steht zeitlich im engen Zusammenhang mit der Amtsperiode des heuer am 24. Jänner verstorbenen ehemaligen St. Pöltner Diözesanbischofs Kurt Krenn. Seit 1991, also seit dem Beginn der Amtszeit von Bischof Krenn in St. Pölten, wirkte Heinrich Fasching als dessen Generalvikar. In diesem Amt versuchte er diskret und loyal die von Spannungen gezeichnete Diözese nach Kräfte zusammenzuhalten. Die Ernennung zum Weihbischof von St. Pölten 1993 durch Johannes Paul II. gab ihm in seinem Wirken für die Diözese eine zusätzliche Legitimation. Faschings aktive Amtszeit endete aus Altergründen mit Erreichung des 75. Lebensjahres und der Annahme seines Rücktrittsgesuchs durch Papst Johannes Paul II. Diese erfolgte am 7. Oktober 2004 zeitgleich mit dem Rücktritt des damaligen Diözesanbischofs Kurt Krenn.
Lebenslauf
Am 24. Mai 1929 in Höfnerberg in der oberösterreichischen Pfarre Pierbach geboren, besuchte Heinrich Fasching die Schule in Waidhofen/Thaya und nach dem Zweiten Weltkrieg das Stiftsgymnasium in Melk. Sein Theologiestudium absolvierte er in St. Pölten und wurde 1954 zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Randegg, Loosdorf und St. Valentin wurde er 1956 Vizerektor im Seminar Melk und kam bereits 1957 bis 1960 zum Studium des kanonischen Rechts an die Päpstliche Universität Gregoriana nach Rom.
Nach seiner Rückkehr kam Fasching ans Diözesangericht und war von 1961 bis 1968 Ordinariatssekretär. Danach übernahm er einen Lehrauftrag für Kirchenrecht an der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Pölten und wurde von 1970 bis 1992 Direktor des Diözesanbauamtes und von 1970 bis 1993 Ordinariatskanzler.
Ab 1976 war Prälat Fasching auch Mitglied des St. Pöltner Domkapitels. 1991 wurde er zum Generalvikar bestellt und am 24. Mai 1993 von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von St. Pölten und Titularbischof von Acci ernannt. Sein bischöflicher Wahlspruch lautete "Propter nos homines" ("Für uns Menschen").
Auf Österreich-Ebene war Fasching Vorsitzender der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) und Referatsbischof für die Päpstlichen Missionswerke "Missio" und die Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft Österreich "MIVA". Von 1994 bis 2003 war er Vorsitzender der Kommission "Iustitia et Pax" und von 1997 bis 2004 Präsident von "Pax Christi Österreich".
Mit Vollendung des 75. Lebensjahres reichte Fasching seinen Rücktritt aus Altersgründen ein. Das Gesuch wurde am 7. Oktober 2004 von Papst Johannes Paul II. angenommen.
Neben seinen bischöflichen Pflichten war Fasching stets auch die historische Forschung ein besonders Anliegen. So veröffentlichte er im November 2008 sein wissenschaftliches Lebenswerk: Die Edition "Die Wiener Konstitutionen für Regulierte Augustiner Chorherren in Österreich im 15. Jahrhundert".
Quelle: kathpress