
Neue Sonderbriefmarken mit drei Päpsten
Aus Anlass der "Doppel-Heiligsprechung" von Papst Johannes XXIII. und Papst Johannes Paul II. am 27. April durch Papst Franziskus hat die Österreichische Post einen Block mit drei Sonderbriefmarken dieser Päpste herausgegeben. Der von der Künstlerin Marion Füllerer gestaltete Briefmarkenblock erscheint in einer Auflage von 150.000 Stück. Präsentiert wurde er am Donnerstag in der Wiener Pfarre Don Bosco in Anwesenheit des Apostolischen Nuntius, Peter Stephan Zurbriggen, des Linzer Altbischofs Maximilian Aichern und des Wiener Bischofsvikars Dariusz Schutzki.
Nuntius Zurbriggen hob in einem Grußwort die Besonderheit hervor, dass es in Österreich eine außergewöhnliche Tradition zu Sonderbriefmarken mit christlichen Motiven gebe. Seit Gründung des Österreichischen Philatelistenvereins St. Gabriel 1951 sind mehr als 200 Marken mit christlichen Motiven erschienen. Zuletzt wurde u.a. eine Sonderbriefmarke zum 400-Jahr-Jubiläum der Barmherzigen Brüder in Wien veröffentlicht sowie eine Sonderbriefmarke in Erinnerung an den Wien-Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1983.
Briefmarken seien zugleich Orte der "Mission", so Zurbriggen, da durch sie auch der Kirche oder Religion allgemein fern stehende Menschen erreicht werden könnten. Mit beiden heiligen Päpsten verbänden ihn besondere Erinnerungen, so Zurbriggen weiter, der selbst in früheren Jahren begeisterter Briefmarkensammler gewesen ist. Besonders eng sei jedoch die Bindung an Johannes Paul II., der ihn vor 20 Jahren, am 6. Jänner 1994, in Rom zum Bischof geweiht hatte. Zugleich kündigte der Nuntius an, diesen außergewöhnlichen Briefmarkenblock auch dem vatikanischen Staatssekretariat und Papst Franziskus zu übermitteln.
Den besonderen Wert von Briefmarken mit christlichen Motiven unterstrich auch der Linzer Altbischof und Ehrenmitglied des Philatelistenvereins St. Gabriel, Maximilian Aichern. "Briefmarken sind Träger von Werten und von Kultur und insofern freut es mich besonders, dass immer wieder auch kirchliche Inhalte und sakrale Kunst auf Briefmarken Beachtung finden", so Aichern. Als "Botschafter geistiger Inhalte" würden Briefmarken immer auch an die großen Vorbilder der Menschheit erinnern, die sich - wie im vorliegenden Fall die Päpste - "für eine bessere Welt einsetzten". Eine Sonderbriefmarke wie die vorliegende sei daher ein "Beitrag zur Verlebendigung der menschlichen Werte und der christlichen Glaubensbotschaft".
Im Blick auf die beiden Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. unterstrich Aichern deren "ungeheure Bedeutung für die Welt und speziell für Europa". So hätten sich beide Päpste in besonderer Form für Frieden, Gerechtigkeit und kirchliche Erneuerung eingesetzt.
Auf die unterschiedliche nationale Herkunft aller drei Päpste und die damit verbundene Botschaft eines weltumspannenden Glaubens und seiner integrativen Wirkung verwies der Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki. Verbunden und zugleich ausgezeichnet habe alle Päpste jedoch "eine gemeinsame Sprache: die Sprache der Liebe, die jeder Mensch versteht". Es sei schließlich diese Sprache der Liebe gewesen, die als "Vision und Hoffnung" maßgeblich dazu beigetragen habe, dass der Eiserne Vorhang gefallen sei, erinnerte der aus Polen stammende Bischofsvikar insbesondere an die Bedeutung von Johannes Paul II.