
Gedenken an Vertreibung der Ungarndeutschen
Die Hoffnung auf eine dauerhafte Versöhnung und eine sich nie mehr wiederholende Vertreibungen in der burgenländisch-westungarischen Grenzregion hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics bei einer Gedenkmesse am Wochenende in Mosonmagyarovar geäußert. Anlass war der 68. Jahrestag der Vertreibung der Angehörigen der deutschen Volksgruppe aus dem Komitat Györ-Moson-Sopron. Im Frühsommer 1946 hatte der letzte Zug mit Vertriebenen den Grenzbahnhof Mosonmagyarovar Richtung Deutschland verlassen.
Auf der Potsdamer Konferenz (1945) wurde u.a. die Ausweisung der Ungarndeutschen beschlossen. In Mosonszolnok wurde im August 1945 ein Sammellager für die Bewohner der umliegenden Gemeinden eingerichtet. Mehr als 400 Polizisten riegelten das Dorf ab. Nach einer Studie waren 19.640 Deutsche aus 16 Herkunftsdörfern in dem Lager untergebracht. Von April bis Juni 1946 wurden die Deutschen in vier Transporten in Viehwaggons nach Deutschland gebracht. Die Zielorte lagen in Baden-Württemberg - Mosbach, Herrenberg, Ulm, Crailsheim und Heilbronn.
Zsifkovics fasste die wichtigsten Gedanken auch in ungarischer Sprache zusammen. Mitglieder der Pfarrgemeinde und die Gäste sangen unter der Leitung des ungarndeutschen Gesangchors die Messe von Michael Haydn. Der Chor St. Cecilia trug das Werk Ecce Sacerdos des Komponisten Ödön Kiss vor. Nach dem Gottesdienst gab es eine Feierstunde in der Rosalienkapelle, verbunden mit einer Kranzniederlegung.
Quelle: Kathpress