
Katholische Jugend kritisiert Regierungsarbeit
Katholische Jugend und Pfadfinder, aber auch Sozialistische Jugend und Junge ÖVP haben als Mitgliedsorganisationen der Bundesjugendvertretung die bisherige Arbeit des Kabinetts Faymann II kritisiert. "Im Regierungsprogramm finden wir eher kleine Schritte, große Brocken werden nicht angepackt", hieß es in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag. Notwendige Zukunftsinvestitionen für junge Menschen würden "hintangestellt". Mangelnde inhaltliche Übereinstimmung in der Koalition verhindere "große Vorhaben für die Zukunft, die zeigen, dass die Regierung wirklich gemeinsam etwas bewegen will", so das Resümee. Immerhin: Dass vieles im Regierungsprogramm "unkonkret festgehalten" sei, lass noch Gestaltungsspielraum offen.
David Neuber, Vertreter der Katholische Jugend Österreich (KJÖ) in der Bundesjugendvertretung, der gesetzlichen Interessenvertretung der Unter-30-Jährigen in Österreich, kritisierte die unterschiedlichen Standards quer durch Österreich. Dass je nach Bundesland mit unterschiedlichem Maß gemessen wird, treffe Kinder, Jugendliche und ihre Familien etwa bei der Mindestsicherung, der vorschulischen Bildung und Betreuung, beim Angebot im Gesundheitsbereich bis zum Jugendschutz. Einen großen Mangel sieht Neuber auch beim Datenmaterial in vielen Kinder- und Jugendbereichen: "Vor allem bei Themen wie Kinder- und Jugendarmut oder Gesundheit klafft hier nach wie vor eine große Lücke, welche die Entwicklung zielgerichteter, langfristiger Maßnahmen erschwert." Wie auch die Katholische Jungschar fordert die KJÖ, dass die gesamte UNO-Kinderrechtskonvention in der österreichischen Verfassung verankert wird.
Laura Schoch von der Sozialistischen Jugend forderte mehr politisches Augenmerk auf die 286.000 armutsgefährdeten Kinder und Jugendlichen, immerhin 15 Prozent dieser Altersgruppe in Österreich, sowie auf die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit. Erforderlich sei ein eigenes Schulfach Berufs- und Bildungswegorientierung ab der 7. Schulstufe. "Es muss sich endlich etwas daran ändern, dass die Mehrzahl der weiblichen Lehrlinge hauptsächlich nur die drei Berufe Einzelhandel, Friseurin und Bürokauffrau wählt", sagte Schoch.
Jim Lefebre von der Jungen ÖVP forderte angesichts der Wahlmöglichkeit ab 16 Jahren eine Aufwertung der politischen Bildung, die bisher im Schulwesen nur ein "Anhängsel" sei. Johanna Tradinik von den Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs verlangte Maßnahmen gegen die "Vererbung" von Bildungswegen und die frühe Bildungswegentscheidung; im universitären Bereich fehlten aus Sicht der Bundesjugendvertretung Schritte zur sozialen Absicherung der Studierenden.
Quelle: kathpress