
Jüdischer Chor mit interreligiösem Gastauftritt
25 Lieder für jedes Jahr seines Bestehens bietet der Wiener Jüdische Chor anlässlich seines Jubiläums bei einem großen Festkonzert am Donnerstagabend im Wiener Volkstheater dar. Zu hören sind dabei aber nicht nur "Undsere schenste 25", sondern auch ein "interreligiöser Musikgruß" bei einem Gastauftritt der prominent besetzten Band "Schalom! Music between Friends".
Die bei diesem Projekt engagierten Religionsvertreter sind Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, der evangelische Bischof Michael Bünker, Markus Himmelbauer vom Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Gerhard Steger, ehemaliger Sektionschef im Finanzministerium und der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, der mit seinem Chor für den sonst mitwirkenden benediktinischen Abtprimas Notker Wolf einspringt.
Laut Markus Himmelbauer ist der Gastauftritt der Band "Shalom!" und dem Lied "As der Rebbe lacht" auch ein musikalischer Vorgeschmack auf ein längeres eigenes Konzert, das am 18. Juni kommenden Jahres ebenfalls im Volkstheater vom Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit organisiert wird.
Der Wiener Jüdische Chor wird beim Auftritt am Donnerstagabend die ganze musikalische Bandbreite zeigen, die er sich in den 25 Jahren seines Bestehens erworben hat. Darunter sind laut einer Ankündigung auch einige Neukompositionen von Chorleiter Roman Grinberg wie ein zehnstimmiges Halleluja und das Gebet "Rachem". Aber auch bereits in Vergessenheit geratene Lieder und einst erfolgreiche Melodien, die mit dem Naziterror von den Bühnen verschwunden sind, bringt der Wiener Jüdische Chor wieder zur Aufführung.
Wie seine Gäste auf der Bühne ist auch der Wiener Jüdische Chor gemischt-konfessionell. Ihm gehören Sängerinnen und Sänger aus 13 verschiedenen Herkunftsländern an, Juden wie Nichtjuden, Christen und Menschen ohne Religionszugehörigkeit. Alle widmen ihre Zeit, ihr Engagement - und ihre Stimmen - der Pflege des jüdischen Liedguts. Gegründet wurde der Wiener Jüdische Chor 1989 vom Wiener Timothy Smolka und seiner Frau Franziska. Schon von Anfang an war das Ziel klar, "mit Harz und Gefil" sollten jüdische Lieder neu interpretiert und die Herzen des Publikums erreicht werden.
Quelle: kathpress