
Jugend kann viel zu humaner Gesellschaft beitragen
Gerade junge, couragierte Leute können viel zu einer vitalen und humanen Gesellschaft beitragen: Mit diesen Worten hat sich der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari am Sonntagabend an die rund 80 Studierenden und Lehrenden bei der "International Summer School Seggau" gewandt. Eine wichtige Voraussetzung für diese willkommene Einflussnahme sei eine möglichst umfassende Bildung; diese solle nicht nur technische und ökonomische Fähigkeiten vermitteln, sondern auch das "reiche Erbe der Human- und Geisteswissenschaften" sowie humanistische Werten und Tugenden zur Entfaltung bringen, so Kapellari in seiner Eröffnungsansprache. Diese Werte seien unverzichtbar, "wenn der Mensch immer mehr Mensch werden und die Gesellschaft vital, stabil und auf das Gemeinwohl hin orientiert bleiben soll".
Der Grazer Bischof rief die jungen Summer-School-Teilnehmer auch dazu auf, ihre je eigene und die gemeinsame kulturelle, soziale, politische und religiöse Identität in eine plurale Zivilgesellschaft einzubringen "und diese dadurch lebendiger zu machen". Die Diözese Graz-Seckau beteilige sich an der "Summer School", um ein Labor für darauf bezogene Kreativität und Diskussion nachhaltig mit zu gestalten.
Die zum neunten Mal veranstaltete International Summer School Seggau sei mittlerweile "ein profiliertes europäisches Forum", auf dem Studierende aus vielen Ländern und aus vielen Studienrichtungen gemeinsam mit ebenfalls sehr vielfältigen Dozenten ein für Europa relevantes Generalthema behandeln. 2014 steht das Thema "Tansformation and Change - Europe and beyond" im Mittelpunkt. Dazu Bischof Kapellari: In einer Zeit zunehmender Dynamisierung in einer immer pluraler werdenden Gesellschaft gebe es heute "zahlreiche miteinander in Spannung und oft auch in Konflikt stehende Werte und darauf begründete Identitäten". Gerade die Identität des "Projektes Europa" werde heute angesichts zahlreicher Krisen kritisch diskutiert. Als besonders wichtig erachtet Kapellari dabei auch die Frage nach dem Verhältnis Europas zu anderen Kontinenten.
In diesem pluralen Horizont könne sich die katholische Kirche als "das älteste Globalinstitut auf unserer Erde" bewähren. Mehr denn je sei sie heute eine Weltkirche. Jenseits eines "simplen Eurozentrismus" habe sie Europa mehr und länger mitgeprägt, als alle anderen Kontinente, wies der Bischof hin. "Dieses Erbe ist ein großer Auftrag mitzudenken, mitzureden und mitzubauen auf dem Bauplatz Europa."
Mitveranstalter der bis 12. Juli dauernden Summer School sind neben der Diözese Graz-Seckau auch die Karl-Franzens-Universität Graz und der COMECE (die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft).