
Innsbrucker Bischof empfing Medienschaffende
Qualitätsjournalismus zeichnet sich nicht nur durch "Objektivität und eindeutig Bezifferbares" aus, sondern vor allem durch "Begriffe wie Angemessenheit, Gerechtigkeit, Urteilsvermögen, Fairness und Kritikfähigkeit": das unterstrich der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer die Arbeit von Medienschaffenden beim traditionellen Empfang der Diözese für diese Berufsgruppe. Scheuer maß deren Schaffen eine hohe Bedeutung zu: "Sie sammeln Erwartungen und Bedürfnisse unserer Zeit und drücken diese aus. Ihre Arbeit braucht Kompetenz, Studium, Gespür und Erfahrung".
Die Medien sieht Scheuer - wie vieles andere in der Gesellschaft - im Umbruch. Der Druck und die Anforderungen seien groß, jeder müsse möglichst "alles können". Gute Recherche sei eine Frage der Zeit, die man oft nicht hat.
Im Umbruch stehe aber auch die Kirche, betonte der Bischof. Ihre "Selbstbezogenheit" sei ein Makel, den auch der Papst benenne, wenn er vor "theologischem Narzissmus" und einem Um-sich-selbst-Kreisen warnt. Zweck der Kirche sei aber die Verkündigung, daher müsse sie sich an die Grenzen menschlicher Existenz vorwagen, betonte Scheuer. Gemeint seien hier nicht nur die geographischen Ränder, "sondern die Grenzen der menschlichen Existenz: die des Mysteriums der Sünde, des Schmerzes, der Ungerechtigkeit, der Ignoranz, der fehlenden religiösen Praxis, des Denkens und jeglichen Elends", sagte Scheuer.
Quelle: kathpress