
Kapellari: Auch Fernstehende sind Teil der Kirche
Die Kirche ist keine elitäre Gemeinschaft, sondern ihr gehören auch jene an, die zwar getauft sind, sonst aber nur wenig Berührungspunkte haben. Das hat der Grazer Bischof Egon Kapellari betont. Wörtlich sagte Kapellari: "Unsere Kirche ist ebenso auf der Ebene einer Pfarre wie auf der Ebene einer Diözese und auf der Ebene der ganzen Weltkirche ein Gefüge von konzentrischen Kreisen, das sich von einem glühenden Kern bis zu einem Rand ausdehnt, an dem viele Getaufte stehen, die sozusagen nur den Mantelsaum Jesu berührt haben und berühren. Aber auch sie gehören zur Kirche und die Menschen im Kern müssen das annehmen und ernstnehmen."
Zum "Kern" einer kirchlichen Gemeinschaft bzw. Pfarre gehörten jene Christen, "die tiefe Wurzeln im Glauben haben; Menschen mit einer stark ausgeprägten Liebe zu Gott und mit viel Verständnis, viel Barmherzigkeit, viel Empathie in ihrer Beziehung zu ferner stehenden Christen". Der Kern einer Pfarre brauche "die treuen Beter und Beterinnen, die auch regelmäßig den Gottesdienst mitfeiern"; er brauche aber auch Menschen, die über den Glauben und die Kirche in ihrer Stärke und Schwäche so Auskunft geben können, dass sie ernstgenommen werden. Zum Kern gehörten auch "jene meist verborgenen, mystisch begabten Christenmenschen, die für andere Menschen auf Gott allein ganz bekannte Weise stellvertretend beten und auch stellvertretend sühnen und leiden".
Kapellari äußerte sich am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes in der steirischen Pfarre St. Josef in der Weststeiermark.