
Umbruchszeit Europas erfordert Gebet und Arbeit
Europa braucht in der Umbruchszeit der heutigen "Völkerwanderung" wieder die Weisheit des heiligen Benedikts, "Bete und arbeite" (ora et labora): Das hat Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitags-Kolumne der Gratiszeitung "Heute" zum Fest des Europa-Patrons Benedikt von Nursia erklärt. Wichtig sei, dass beide Teile dieser auch bei modernen Managern gefragten Mönchsregel im rechten Verhältnis und in der richtigen Rangordnung stünden, so der Wiener Erzbischof.
Angesichts der vielen Menschen, die aus Afrika und Asien in das "wohlhabende und sichere Europa" drängten, könne man durchaus von einer Art Völkerwanderung sprechen, erklärte Schönborn, "wir können davor nicht länger die Augen verschließen". Vergessen werde oft, dass das heutige Europa aus dem Umbruch der Zeit Benedikts (480-547) entstanden sei. Völker wie die Lombarden, Franken, Goten, Bajuwaren, Normannen und Slawen hätten alle auf dem Erbe des alten Roms das neue Europa gebildet. Schönborn: "Wie wird das Europa von morgen aussehen, nach der heutigen Völkerwanderung?"
Den heiligen Benedikt bezeichnete der Kardinal als "einen der Väter der neuen Gestalt Europas", besonders aufgrund der über Jahrhunderte bedeutenden Kulturleistungen der auf ihn zurückgehenden Klöster. Auch viele Klöster Österreichs gehörten dem Benediktinerorden an, erinnerte Schönborn an die vielen Stifte des Landes, darunter Melk, Göttweig, Kremsmünster, St. Peter und Nonnberg, das älteste Frauenkloster nördlich der Alpen.
Quelle: kathpress