
Kapellari mahnt christliches Engagement ein
Solidarität und christliches Engagement in Europa hat der steirische Bischof Egon Kapellari eingemahnt. Kapellari äußerte sich am Wochenende im Rahmen einer Ausstellungseröffnung im italienischen Cividale (Region Friaul-Julisch-Venetien). Die noch bis Oktober geöffnete Schau "Il Crocifisso di Cividale" im Nationalmuseum des Palazzo de Nordis zeigt sakrale Kunstwerke aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Die aus dem Patriarchat von Aquileia stammenden Explonate sind zum Großteil überdimensionale Holzskulpturen, darunter als deren bedeutendste das Holzkreuz aus dem Dom von Cividale. Sie seien "ein kostbarer Schatz für jeden kulturell sensiblen Europäer", wie Kapellari darlegte.
Bischof Kapellari erinnerte daran, dass vor 38 Jahren ein Erdbeben in Friaul riesigen Schaden angerichtet habe. Menschen kamen ums Leben, viele Häuser und auch Kirchen wurden zerstört. Ein Symbol für diesen Schaden sei ein beschädigtes und renoviertes Kruzifix im Dom von Gemona. Dieses Erdbeben habe aber auch die Solidarität vieler Menschen in Italien und in Nachbarländern zur Hilfe, zur Überwindung der Schäden wachgerufen - so auch in Österreich und zumal in Kärnten. Kapellari: "Eine große Katastrophe hat also die Verbundenheit zwischen unseren Ländern im ehemaligen Territorium der Patriarchen von Aquileia bestärkt und vertieft."
Nach den beiden großen Kriegen im 20. Jahrhundert sei die Verbundenheit zwischen den Völkern in Europa überhaupt enorm gewachsen. Sie sei aber kein sicherer Besitz, sondern brauche ein ständiges Bemühen, um erhalten zu bleiben und zu wachsen. Kapellari: "'Europa braucht eine Seele', hat der französische Politiker Jacques Delors vor Jahrzehnten gesagt und er hat auch an die Kraft der Christen und ihrer Kirchen appelliert, dabei mitzuwirken."
Der Christus von Cividale und die anderen Christusbilder dieser Ausstellung ermutigten die Christen dazu, auf dem Bauplatz der Gesellschaft Europas inmitten der ganzen Menschheit gestaltend mitzuwirken, so Kapellari.
Quelle: kathpress