
Interreligiöses Friedensgebet in Innsbruck
Mit einem interreligiösen Gebet für den Frieden wollen am Freitagabend in Innsbruck Vertreter von Judentum, Christentum und Islam des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren gedenken. Die Veranstaltung am Innsbrucker "Goldenen Dachl" steht unter dem Motto "Nie wieder Krieg!". Sie geht auf eine Initiative von Diözesanbischof und Pax-Christi-Präsident Manfred Scheuer zurück. Getragen wird das interreligiöse Gebet aber auch von der Gemeinschaft Sant'Egidio sowie der Fokolarbewegung.
Ziel der Gedenkfeier, die um 17 Uhr beginnt, ist es laut Diözese Innsbruck, durch das gemeinsame Gedenken und das Gebet ein Bekenntnis für ein wertschätzendes, friedliches Zusammenleben und ein Zeichen der Hoffnung für die Zukunft setzen. Zugleich wolle man durch das gemeinsame Gebet einen Anstoß geben, "zu bedenken, welche Rolle die Kirche damals gespielt hat, welche Rolle Religionen spielen könnten und sollten" bei der Bewahrung des Friedens, sagte Ursula Teißl-Mederer von "Pax Christi" gegenüber "Radio Vatikan".
Das "Goldene Dachl" wurde als Ort des Gebets bewusst gewählt, da es Zeuge einer wechselvollen, auch von "Intoleranz gegenüber andersgläubigen und andersdenkenden Menschen" sei. So wurde u.a. vor dem "Goldenen Dachl" der als Ketzer verurteilte Jakob Hutter (1500-1536) verbrannt.
Das Innsbrucker Friedensgebet bildet einen Höhepunkt des diesjährigen Weltkriegs-Gedenkfeiern, zu denen die österreichischen Bischöfe die Pfarren, kirchlichen Gemeinschaften und Gruppierungen eingeladen haben. Österreichweit solle, so das Anliegen der Bischöfe, bei den Denkmälern der Toten gedacht und Zeichen der Versöhnung gesetzt werden, "um für den Frieden zu beten und darum, selbst Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu sein". Die meisten Feiern sind ökumenisch und interreligiös ausgerichtet und werden oft auch von Kameradschaftsverbänden und Friedensinitiativen begleitet.
Weitere Beiträge zum Weltkriegs-Gedenken im Kathpress-Themenpaket unter www.kathpress.at/1914.