
Innsbruck: großes Diözesanjubiläum am 20.9.
Die Diözese Innsbruck macht die Innenstadt von Innsbruck am Samstag, 20. September, zum Festgelände. "50 Jahre Diözese Innsbruck" sind Anlass für ein großes Fest mit 85 Programmpunkten und mehr als 125 beteiligten Gruppen und Organisationen. Das Programm wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Innsbrucker Haus der Begegnung u.a. von Bischof Manfred Scheuer und Generalvikar Jakob Bürgler vorgestellt, alle Angebote unter dem Festmotto "Halleluja!" sind frei zugänglich und kostenlos.
Das Diözesanfest ist einer der Höhepunkte im Veranstaltungsreigen anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums. Es solle "die Buntheit des Lebens zum Ausdruck bringen und deutlich machen, dass das Leben ein Geschenk ist", sagte Bischof Scheuer. Das Angebot sei bewusst auf ein breites Publikum ausgerichtet, lud Scheuer alle Interessierten herzlich zum Kommen ein.
Generalvikar Bürgler zog zu den bisherigen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr eine positive Zwischenbilanz. Nach einer Reihe von Gesprächsveranstaltungen in Tiroler Regionen ("Konzilstage"), einer großen Pilgerreise ins Heilige Land und einer Sternpilgerwanderung zum Innsbruck Dom stehe mit dem Diözesanfest ein weiteres Großereignis an. "Wir wollen damit auch sichtbar machen, dass die Kirche unser Land kreativ mitgestalten will", so Bürgler.
Start mit einem Festgottesdienst
Einen Überblick über das umfangreiche Festprogramm gab der Projektkoordinator für das Diözesanjubiläum, Michael Gstaltmeyr. Das Fest startet am 20. September um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst vor dem Tiroler Landestheater, den Bischof Scheuer leiten wird.
Zum Gottesdienst werden Kompositionen von Stiftskapellmeister Kurt Estermann und vom Tiroler Komponisten Florian Bramböck uraufgeführt. Ein weiterer Höhepunkt ist ein Konzert der weltweit bekannten Opernsängerin Eva Lind, die in Innsbruck geboren wurde und um 14 Uhr geistliche Werke und Arien in der Hofkirche präsentiert.
Im Anschluss werden auf der Festbühne die Wiltener Sängerknaben auftreten (15 Uhr), um 17 Uhr folgt mit Ausschnitten aus "Jesus Christ Superstar" der Musicalcompany von Marc Hess ein weiteres Highlight. Insgesamt werden musikalische und künstlerische Darbietungen auf fünf Bühnen zu sehen sein, für Familien, Kinder und Jugendliche wird es spezifische Angebote geben.
Sechs Themenkirchen
Die sechs Kirchen im Bereich des Innsbrucker Festgeländes widmen sich am 20. September speziellen Themen. So wird der Innsbrucker Dom zur "Kulturkirche" mit Ausstellungen, Domführungen und Orgelkonzert. In der Spitalskirche ("Sozialkirche") präsentieren sich soziale Initiativen und laden ein, ins Gespräch zu kommen. Auf dem Vorplatz erinnert eine Ausstellung an Männer und Frauen aus Österreich, die in der NS-Zeit verfolgte Juden gerettet haben. Die Servitenkirche wird dem Gebet und der Stille gewidmet sein, die Jesuitenkirche wirft als "Visionskirche" einen Blick in die Zukunft der Kirche, unter anderem mit dem Wiener Pastoraltheologen Paul M. Zulehner, der zum Thema "Kirchenvisionen" sprechen wird (13.30 und 15.30 Uhr). In der Krypta der Jesuitenkirche präsentiert der Tiroler Maler Hans Seifert einen Zyklus zum Theologen Karl Rahner.
Die Spielebörse der Diözese Innsbruck präsentiert auf dem Diözesanfest erstmals das neu konzipierte Familienspiel "Um Himmels willen", ein Kartenspiel, in dem man viel Wissenswertes über die Kirche und das Leben in Tirol erfährt.
Wiederverheiratete: Scheuer hofft auf Synode
Bischof Scheuer ging am Rande der Pressekonferenz auch auf aktuelle kirchenpolitische Fragen ein. Er äußerte laut einem Bericht der APA Hoffnung darauf, dass die vatikanische Familiensynode Mitte Oktober das "prinzipielle Verbot" der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene überwindet. Es gehe um "Verzeihen und Versöhnen" und um die Möglichkeit eines Neuanfangs, meinte Scheuer. Die Eucharistie sei einerseits "keine Belohnung für die Braven", es bestehe aber auch kein "Recht darauf".
Man könne nicht erwarten, dass es eine "generelle undifferenzierte Zulassung aller" zur Kommunion gebe. Wo es starke Verfehlungen gegeben habe und Menschen "massiv verletzt und ausgebeutet" worden seien, sei zuerst eine "Umkehr" nötig, erklärte der Bischof.
Scheuer schränkte zudem ein, dass die außerordentliche Familiensynode im Oktober "nicht unmittelbar Ergebnisse" bringen werde, da die ordentliche Synode im Jahr 2015 stattfinden werde. Er hoffe aber auf einen "starken Impuls für die Bedeutung von Ehe und Familie unter weltweit geänderten Bedingungen". Es gehe um ein Signal an jene Menschen, deren Beziehungen zerbrochen seien. Diese sollten wieder eine Heimat in der Kirche finden.
Zum Diözesanjubiläum zog Scheuer eine "durchwachsene Bilanz". Positiv wertete er unter anderem die grenzüberschreitende Kooperation im Bereich des Sozialen und der Caritas und das starke ehrenamtliche Engagement der Pfarrgemeinderäte und der Freiwilligen. Es habe aber auch eine "starke Pluralisierung der Tiroler Gesellschaft" gegeben, analysierte der Innsbrucker Bischof nüchtern. Aus einer stark katholischen Gesellschaft sei eine pluralere und säkularere geworden. Er beklage dies nicht, sondern sehe dies als Herausforderung. "Wir haben vermutlich an Einfluss verloren", bilanzierte Scheuer.
(Programm des Diözesanfestes: www.aufbrechen2014.at)
Quelle: kathpress