Bischofssynode muss "Schrei des Volkes" hören
Am Vorabend der Weltbischofssynode hat Papst Franziskus die Teilnehmer zu einer "aufrechten, offenen und brüderlichen" Debatte aufgerufen. Sie könnten darauf vertrauen, dass Gott sie zu gegebener Zeit wieder zur Einheit zurückführen werde, sagte er am Samstag während eines Abendgebets für die Synode mit mehreren zehntausend Gläubigen auf dem Petersplatz. Die Bischöfe müssten mit Gott den "Schrei des Volkes" hören. Franziskus äußerte die Hoffnung, dass die Weltbischofssynode eine "gottgewollte Gelegenheit" sei, um die "Kirche und Gesellschaft zu erneuern". An Sonntagvormittag eröffnet der Papst die Synode über Familie und Ehe mit einem festlichen Gottesdienst auf dem Petersplatz.
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Die Kirchengeschichte kenne zahlreiche ähnliche Situationen, die von früheren Generationen mit "großer Geduld und Kreativität" überwunden worden seien, erklärte Franziskus in seiner Ansprache. Um zu erkennen, was Gott von seiner Kirche wolle, müssten sich die Bischöfe mit den "Freuden, Hoffnungen, Traurigkeiten und Ängste" der Menschen von heute "imprägnieren".
Unter den Ehepaaren, die während des Abendgebets von ihren Erfahrungen berichteten, war auch ein Paar, das sich nach einer außerehelichen Beziehung des Mannes für sechs Jahre getrennt hatte. Organisiert wurde das Abendgebet von der Italienischen Bischofskonferenz.
Weiter sagte Franziskus, wenn es der Kirche nicht gelinge, den Leuten durch Barmherzigkeit und Gnade Gottes Heil zu vermitteln, bleibe von ihr nur ein Kartenhaus übrig. Ihre hirten würden zu "staatlichen Priestern", auf deren Lippen das Volk vergeblich das Evangelium Jesu suche, führte Franziskus aus.
Bis zum 19. Oktober beraten insgesamt rund 250 Bischöfe und Laien-Experten im Vatikan darüber, wie die katholische Kirche auf die Kluft zwischen der Lebenswirklichkeit vieler Katholiken und der offiziellen Lehre reagieren soll. Zugleich geht es um eine bessere Unterstützung von Familien etwa angesichts von Migration und Gewalt. Aus Österreich nimmmt Kardinal Christoph Schönborn an der Synode teil.
Quelle: Kathpress