
Katholische Aktion hofft auf "Mut zu Barmherzigkeit"
Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) erwartet von der Familiensynode im Vatikan, dass die Ergebnisse der weltweiten Umfrage unter Gläubigen im Vorfeld der Synode ernstgenommen werden. Insbesondere die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen müsse "im Sinne der vom Papst immer wieder eingeforderten Barmherzigkeit" eine neue Weichenstellung erfahren, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung der Laienorganisation nach ihrer jüngsten Jahreskonferenz in St. Georgen am Längsee.
Die von vielen Gläubigen gelebte Praxis und die Lehre der Kirche stünden in dieser Frage in einem "krassen Widerspruch", was für die vielen Betroffenen eine Belastung darstelle und die Glaubwürdigkeit der Kirche massiv untergraben habe, so die Katholische Aktion. Dieser Befund gelte ebenso für die kirchliche Lehre zu Fragen der Empfängnisregelung. "In beiden Fällen werden Menschen Lasten auferlegt, die nicht vom Evangelium her zu begründen sind."
Die Befragung zur Situation der Ehen und Familien im Vorfeld der Synode bewertet die KAÖ als "ermutigendes Zeichen und eine neue Form der Beteiligung der Laien". Nun gelte es die Erfahrungen, Anliegen, Sorgen und Nöte der Menschen ernst zu nehmen und konkrete Reformschritte zu setzen.
Man hoffe daher auf einen "neuen Mut" bei den beteiligten Synodalen, hält die KAÖ-Erklärung fest. Betroffenen, die sich nach einem Scheitern ihrer Ehe neu um ein Miteinander in Liebe und Treue bemühen, solle die Möglichkeit eines Neuanfangs eingeräumt werden. "Das zu verweigern, ist unbarmherzig und steht im krassen Widerspruch zum Handeln Jesu. Und nur eine barmherzige Kirche ist auch eine glaubwürdige Kirche."
Hinsichtlich der Empfängnisverhütung plädiert die Katholische Aktion für eine Stärkung der Gewissensentscheidung und eine Weiterentwicklung der kirchlichen Morallehre. "Der Erwartung vieler Gläubiger, dass dem Gewissen wieder jener Stellenwert eingeräumt wird, der ihm nach katholischer Lehre zukommt, sollte Rechnung getragen werden", so die Laienorganisation, die dazu auch an die "Mariatroster Erklärung" der österreichischen Bischöfe aus dem Jahr 1968 erinnerte.
Ebenso müssten in der Synode die sozialen und religiösen Probleme, denen Familien heute gegenüberstehen, zur Sprache kommen. Dies, so die KAÖ, umfasse die Folgen von Migration, die Frage der Weitergabe des Glaubens an die jungen Generationen in religionsfernem Umfeld, die Auswirkungen steigender Lebenserwartung auf die Familien und den Wandel des Familienbildes insgesamt.
Quelle: Kathpress