
"Pfarrer-Initiative" will Öffnung des Kommunionempfangs
Die "Pfarrer-Initiativen" von Österreich, Deutschland und der Schweiz haben im Vorfeld der am Sonntag beginnenden Bischofssynode zu Ehe und Familie Erwartungen und Hoffnungen geäußert. In einem offenen Brief erklärten die Vorstände der drei Vereine, die Bischöfe sollten u.a. den Kommunionempfang "für (noch) nicht kirchlich verheiratete Partner, für geschiedene Wiederverheiratete und homosexuelle Paare" ermöglichen. Der Mensch als Person und Beziehungswesen müsse Ausgangspunkt aller Überlegungen der Synode sein.
Die synodalen Beratungen sollten das Leben und die Erfahrungen aller Ehepaare, Familien und Menschen in Beziehungen unbedingt anerkennen und wertschätzen, lautete eine Forderung. Weiters wurde eine Aufwertung der persönlichen Gewissensentscheidung verlangt sowie als grundlegende Inspirationsquelle für die Kirchenlehre die Verankerung des Glaubenssinns des Volkes Gottes ("sensus fidelium"). Letzterer finde ihren Ausdruck in den Stellungnahmen der Ortskirchen und Pfarrgemeinden zum vatikanischen Fragebogen, so die "Pfarrer-Initiativen".
Solidarisch erklärten sich die Unterzeichner mit dem Bischof von Antwerpen, Johan Bonny. Dieser hatte vor einem Monat erklärt, Papst Paul VI. habe in seinen Schriften zu Sexualität und Familie wie die Enzyklika "Humanae vitae" mit der Kollegialität von Papst und Bischöfen gebrochen. "Diese Spaltung darf nicht bleiben", hieß es in Bonnys Denkschrift.