Kath. Aktion: "Popetown" ist "langeweilig und niveaulos"
Wien, 4.5.06 (KAP) "Langeweile, Realitätsferne und Niveaulosigkeit": Mit diesen Begriffen könne die erste Folge der Serie "Popetown" im MTV-Programm beschrieben werden, stellte die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) am Tag nach der Ausstrahlung der umstrittenen Zeichentrickserie fest. "Satire darf alles, nur nicht langweilen", zitierte KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt Kurt Tucholsky, um ihren persönlichen Eindruck nach der ersten Folge von "Popetown" wiederzugeben. Weniger Verletzung, sondern Langeweile und Verwunderung seien die Gefühle, die in ihr aufgekommen seien.
"Aufgabe guter Satire ist es, durch die Verzerrung der Realität auf Missstände aufmerksam zu machen", so Derschmidt. Dieser TV-Cartoon sei jedoch "von der Realität Lichtjahre entfernt". Es sei nur bedauerlich, dass dadurch "Maßstäbe des guten Geschmacks in der Gesellschaft weiter ausgehöhlt" würden und sich der "Trend zu niveauloser Unterhaltung" fortsetze. Bestenfalls werde damit der Anspruch des Senders karikiert, gesellschaftlich relevante und politische Themen aufgreifen zu wollen. Derschmidt forderte MTV auf, die Serie abzusetzen und damit Christen Verärgerung und Kränkung und sich selber "weitere Peinlichkeiten" zu ersparen.
Der Ruf nach mehr pädagogischen Verantwortung eines Jugend-Senders werde wegen dessen kommerzieller Ausrichtung "wohl ins Leere gehen", befürchtete Luitgard Derschmidt. Für sie stelle sich wieder die Frage, "ob mit Profit wirklich alles zu rechtfertigen ist".