Vor 150 Jahren starb der legendäre Pfarrer von Ars
Benedikt XVI. rief aus diesem Anlass "Jahr der Priester" aus. Pius XI. sprach Jean-Marie Vianney 1925 heilig. Er war ein gesuchter Beichtvater, lebte in Armut, betete viel und führte Bußleben
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Hl. Jean-Marie Vianney |
Vatikanstadt-Paris (KAP) Der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation, der brasilianische Kardinal Claudio Hummes, leitet am Montag und Dienstag die Feiern zum Fest des Heiligen Jean-Marie Vianney im südfranzösischen Ars. Papst Benedikt XVI. hatte am 18. Juni ein kirchliches "Jahr des Priesters" eröffnet, bei dem die Reflexion über Jean-Marie Vianney (1786-1859) eine zentrale Stelle einnehmen soll. Vianney, der Pfarrer von Ars, starb vor 150 Jahren, am 4. August 1859. Pius XI. sprach Vianney 1925 heilig. Hummes war von Benedikt XVI. zum Päpstlichen Legaten für die Feiern in Ars ernannt worden. Zentrales Ereignis ist der Festgottesdienst am Dienstag, 4. August, 10 Uhr, in der Wallfahrtskirche des französischen Pilgerortes.
Vianney wurde am 8. Mai 1786 als viertes Kind einer Bauernfamilie im Dorf Dardilly nahe Lyon geboren. Hier wuchs er in eine bäuerliche Frömmigkeit hinein, zu der eine intensive Verehrung der Gottesmutter gehörte. Zugleich war die Zeit seiner Kindheit und Jugend durch die Kirchenfeindlichkeit der französischen Revolution geprägt. Priester, die den Eid auf die republikanische Verfassung verweigert hatten, feierten in seinem Elternhaus heimlich die Heilige Messe. Auch die Erstkommunion empfing das Kind geheim hinter verschlossenen Läden.
Vielleicht entstand aus dieser Erfahrung in der Untergrundkirche heraus Vianneys Frömmigkeit und sein Wunsch, Priester zu werden. 1809 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Eine Erkrankung hinderte ihn am Einrücken. Nach seiner Genesung sollte er der Truppe folgen, ließ sich jedoch zur Desertion überreden. Er lebte unter dem falschen Namen "Jerome Vincent" und arbeitete ab 1810 als Dorfschullehrer.
Nach der Amnestierung vermittelte der Pfarrer im Nachbarort Ecully, Abbe Charles Balley, bei der Aufnahme Vianneys ins Priesterseminar Verrieres-en-Forez. Obwohl der Theologiestudent große Schwierigkeiten beim Erlernen der lateinischen Sprache hatte, wurde er durch die Bemühungen
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Balleys und wegen seiner Frömmigkeit am 13. August 1815 in Grenoble zum Priester geweiht.
Vianney war zunächst Kaplan bei Pfarrer Balley in Ecully und ab 1818 Pfarrer in Ars-sur-Formans bei Lyon, einer religiös desinteressierten Gemeinde, die damals 240 Einwohner hatte. Vianney traf auf eine tote Gemeinde, beklagte sich aber nicht. Er lebte in persönlicher Armut, betete viel und führte ein strenges Bußleben. Er begann die desolate Ortskirche zu renovieren, gründete 1818 eine Rosenkranzbruderschaft, später eine Eucharistische Bruderschaft, 1824 eine Mädchenschule, 1827 ein Haus für Halb- und Vollwaisen (La Providence) und 1832 eine Knabenschule.
Bald wurde Vianney ein gesuchter Beichtvater, der intuitiv die Probleme der Beichtenden erfasste. Etwa ab 1826 wurde Ars ein Pilgerort, weil die Menschen seine Predigten hören und bei ihm beichten wollten. Es wird berichtet, dass er täglich vierzehn Stunden im Beichtstuhl saß. Zeitweise quälten ihn Zweifel an seiner Berufung zum Priester. Wegen Arbeitsüberlastung versuchte er mehrmals aus Ars zu fliehen, um ein beschauliches Leben zu führen, wurde aber von den Ortsbewohnern wieder zurückgeholt. Er starb am 4. August 1859 an Überanstrengung.
Linktipps:
< Botschaft von Kardinal Hummes an die Priester