St. Pöltener Altbischof Kurt Krenn 70
St. Pölten, 28.6.06 (KAP) Der St. Pöltner Altbischof Kurt Krenn wurde am 28. Juni 70. Am Dienstagabend fand im Sommerrefektorium des Bischofspalais in der niederösterreichischen Landeshauptstadt eine Feier aus Anlass des 70. Geburtstags von Bischof Krenn statt. Dabei wurde dem Altbischof auch das Erstexemplar einer Festschrift überreicht, die unter dem Titel "Der Wahrheit verpflichtet" erschienen ist. Unter den Gästen waren auch die Diözesanbischöfe Klaus Küng, Egon Kapellari und Christian Werner, die Weihbischöfe Heinrich Fasching und Helmut Krätzl sowie niederösterreichische Politiker mit Landeshauptmann Erwin Pröll und Bürgermeister Matthias Stadler an der Spitze. Krenn war von 1991 bis 2004 Diözesanbischof von St. Pölten.
Bischof Küng, der seit Oktober 2004 die Diözese St. Pölten leitet, bezeichnete die Anwesenheit der Bischöfe und Weihbischöfe als "Zeichen des Willens zur Einheit". Mit dem Hinweis auf die Festschrift erklärte Küng, dass in ihr Themen behandelt werden, die dem Jubilar "wichtig waren und die wichtig sind". Die emotionalen Auseinandersetzungen über die von Bischof Krenn dargelegten Wahrheiten seien "nicht immer förderlich" gewesen, erinnerte Bischof Küng. Es sei aber zu hoffen, "dass mit dem Eintreten einer größeren Ruhe der Boden für eine fruchtbarere Diskussion bereitet ist". Er hoffe auf Versöhnung "in der Diözese St. Pölten und der ganzen Kirche in Österreich", betonte Küng. Das "Hinhören aufeinander und die Anerkennung von Positivem auch bei jenen, die in manchen Belangen anders denken", könnten den Weg dazu bereiten.
Bischof Kapellari sagte, Krenn und er hätten "in Zuspruch, aber auch in Widerspruch viel Gutes miteinander erlebt und auch Schwieriges ertragen". An den Altbischof gewandt sagte der steirische Bischof wörtlich: "Der Wahrheit wolltest du als Priester, als Professor und als Bischof dienen. Du warst Dir und anderen nie bequem und hast dafür einen hohen Einsatz erbracht und einen hohen Preis bezahlt".
Gott zur Sprache bringen
Der Journalist Stephan Baier, der das Werden der Festschrift von Anfang an begleitet hatte, sagte, Bischof Krenn sei es in all seinem Wirken darum gegangen, "in einer gottvergessenen Zeit die wirkliche Wirklichkeit Gottes zur Sprache zu bringen". Der Rektor der Hochschule St. Pölten, Prof. Josef Kreiml, wies darauf hin, dass mehr als ein Dutzend Professoren der Hochschule in der Festschrift geschrieben hätten, was die Wertschätzung gegenüber dem Altbischof zum Ausdruck bringe.
Die Festschrift wurde von den Professoren Josef Kreiml, Michael Stickelbroeck und Josef Spindelböck herausgegeben. "Die Wahrheit wird in der Begegnung mit dem Menschen oft als Provokation erlebt", schreiben die Hausgeber in der Einleitung. Bischof Krenn sei ein "miles Christi", ein Soldat Christi, gewesen, der sich "in all seinen Priester- und Bischofsjahren" der Wahrheit verpflichtet gefühlt habe. In dem 760 Seiten starken Werk kommen 60 Autoren zu Wort - unter ihnen "Freunde, Mitarbeiter und Weggefährten" des Altbischofs, die ihre persönlichen Erinnerungen schildern. Unter den Autoren sind auch die Kardinäle Marian Jaworski (Lemberg/Lwiw) und Joachim Meisner (Köln) sowie die Erzbischöfe Georg Eder (Salzburg) und Wolfgang Haas (Vaduz).
Kurt Krenn wurde 1936 in Rannariedl in Oberösterreich geboren. Er besuchte das Gymnasium in Schlierbach und trat anschließend ins Priesterseminar Linz ein. Das Studium der Philosophie und Theologie absolvierte er an der Gregoriana und an der Lateranuniversität in Rom. 1962 empfing er in Rom die Priesterweihe. Seine weiteren Studien führten ihn nach Tübingen und München.
1970 bis 1975 war er Professor der Philosophie in Linz und 1974 bis 1975 auch Lehrbeauftragter an der Hochschule St. Pölten. 1975 wurde er auf den Lehrstuhl für systematische Theologie nach Regensburg berufen.
1987 wurde Kurt Krenn Weihbischof in Wien, am 11. Juli 1991 erfolgte die Ernennung zum Diözesanbischof von St. Pölten. Sein Rücktrittsgesuch wurde von Johannes Paul II. am 7. Oktober 2004 angenommen.