Abtreibung: Familienstaatssekretärin für Bundesstudie
Sie sprach sich bei Präsentation eines Infofolders für Schwangere für die bundesweite statistische Erfassung der Abtreibungen und der Motive, die dazu führen, aus. "Familien-Bischof" Küng begrüßen und der Katholische Familienverband begrüßen das
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Wien, 09.11.09 (KAP) Mit dem neuen Informationsfolder "Schwanger" will Familienstaatssekretärin Christine Marek auf das vielfältige Beratungsangebot für Schwangere in Österreich hinweisen. Der Folder beinhaltet einen kompakten Überblick über Angebote, die Frauen - aber auch Paare - kostenlos und anonym in Anspruch nehmen können. Aus dem kirchlichen und kirchennahen Bereich sind etwa die Caritas-Stellen, "Aktion Leben" sowie "Rat und Hilfe" der Diözese St. Pölten vertreten. Bei der Präsentation des Folders am Montag in Wien machte Marek auch einen Vorstoß zu einer bundesweiten Abtreibungs-Studie.
Der Folder wird in allen Apotheken mit einem Schwangerschaftstest automatisch ausgegeben. Ebenso liegt er bei Ärzten auf. Auch in allen 354 Filialen der "dm"-Drogeriekette ist er zu finden.
Marek: "Flankierende Maßnahmen" dringend erforderlich
Wie Marek unterstrich, stehe für sie die gesetzlich festgeschriebene Fristenregelung außer Streit. "Flankierende Maßnahmen" seien aber dringend erforderlich. "Frauen die nach einem positiven Schwangerschafts-Test überrascht, voller Angst oder verzweifelt sind, wollen und dürfen wir nicht alleine lassen", so die Staatssekretärin wörtlich. Wichtig sei von Anfang an Unterstützung und
Hilfestellung in Form von Beratung und Information sowie das Wissen darüber, wo Frauen diese erhalten. Erstellt wurde der Folder vom Familienministerium gemeinsam mit der Österreichischen Ärztekammer, der Österreichischen Apothekerkammer sowie der "Aktion Leben".
Gemeinsam mit dem Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner, und der Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Christiane Körner, sprach sich Marek für die statistische Erfassung der Abtreibungen und der Motive, die dazu führen, aus. Nur so könne die Politik wirksamere Hilfestellungen für Schwangere anbieten, sagte die Staatssekretärin. Österreich sei neben Portugal und Luxemburg das einzige EU-Land ohne entsprechende Unterlagen, kritisierte Marek, die Gesundheitsminister Alois Stöger aufforderte, endlich in aktiv zu werden. Schätzungen würden in Österreich von 30.000 bis 40.000 Schwangerschaftsabbrüchen pro Jahr (bei 78.000 Geburten) ausgehen, so Marek.
Küng: "Wichtiger, notwendiger Schritt"
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Der in der Öster Bischofskonferenz für Familienfragen zuständige Bischof Klaus Küng hat in einer ersten Stellungnahme Mareks Forderung nach einer bundesweiten Studie begrüßt. "Solch eine Studie, welche die Kirche seit Jahren fordert, ist ein wichtiger, notwendiger Schritt, das Schweigen zu den dramatischen Abtreibungszahlen zu durchbrechen", so Küng wörtlich. Erst wenn Motivationen und Zahlen zur Schwangerschaft erfasst werden, könne eine Beratung auf die wahren Bedürfnisse der Schwangeren in Not eingehen und ihnen wirksam Mut zum Leben machen.
"Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler sagte am Rande der Präsentation im Gespräch mit "Kathpress", dass sich die "Aktion Leben" vom Folder durchaus erwarte, dass nun mehr schwangere Frauen und Paare den Weg in die Beratungsstellen finden. Der Folder solle dazu beitragen, einen Schwangerschaftsabbruch nicht als einzig möglichen Weg in einer schwierigen Situation zu sehen.
Eine psychosoziale Beratung aufzusuchen, lohne sich für werdende Eltern in jedem Fall, so Kronthaler weiter: "Wenn eine Schwangerschaft eine Krise auslöst, zeigt eine Beratung Perspektiven auf. Zudem wird es immer wichtiger, Beratung rund um Pränataldiagnostik anzubieten, damit Entscheidungen auf Basis umfassender Information getroffen werden können. Und im Notfall bieten wir finanzielle Hilfe an".
Auch Katholischer Familienverband begrüßt Forderung nach Bundesstatistik
Auch der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) begrüßte die neu erschienene Broschüre "Schwanger" und unterstrich die Forderung von Familienstaatssekretärin Marek nach einer Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen. "Seit 35 Jahren wird in der politischen Diskussion von 'flankierenden Maßnahmen' zur Fristenregelung gesprochen, doch die Umsetzung lässt auf sich warten", so KFÖ-Präsident Clemens Steindl am Montag in einer Presseaussendung. Daher fordert der Katholische Familienverband die rasche Umsetzung solcher Maßnahmen, die unter anderem auch einen staatlich eingerichteten Hilfsfonds für Schwangere in Notlagen vorsehen.
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