"Causa Kopfing": Pfarradministrator im Krankenstand
Diözese Linz: Ereignisse der vergangenen Wochen haben Gesundheit des Geistlichen angegriffen - Bischof Schwarz äußert sich bei Medienempfang zur "Pfarrer-Initiative"
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Linz, 07.10.11 (KAP) Die seit Wochen von einem Konflikt um den Pfarradministrator Andrzej Skoblicki betroffene oberösterreichische Pfarre Kopfing kommt nicht zur Ruhe: So hat die Diözese Linz am Freitag mitgeteilt, dass Skoblicki mit heutigem Datum dem Bischöflichen Ordinariat bekannt gegeben habe, dass er "für mindestens drei Wochen vom zuständigen Arzt krank geschrieben wurde". Grund seien die Ereignisse der vergangenen Wochen, unter denen seine Gesundheit gelitten habe. Weiter heißt es in der Aussendung: "Das Bischöfliche Ordinariat wird für diese Zeit um priesterliche Aushilfe in Kopfing sorgen und ist diesbezüglich mit Priestern im Gespräch."
Bischof Ludwig Schwarz hatte gegenüber dem Informationsportal "orf.at" am Donnerstag dazu aufgerufen, die Situation zu beruhigen. Er werde versuchen, "mit beiden Parteien ins Gespräch zu kommen, damit diese Risse und Spannungen aufhören und wir wieder zueinander finden", so Schwarz. Bis dahin soll dem Pfarrer ein Begleiter aus der Diözese an die Seite gestellt werden, "mit dem er sich hin und wieder trifft und die Situation bespricht", so Bischof Schwarz. "Aber nicht, dass dort ein zweiter Pfarrer tätig ist."
Er wünsche außerdem, dass man "die Entschuldigung von Pfarrer Skoblicki ernst nehmen und nicht dauernd herumkämpfen" solle. Nachsatz: "Wir haben alle unsere Fehler". Zugleich ging Schwarz mit den Medien hart ins Gericht: Wenn man über Wochen hinweg "immer wieder bombardiert" werde, wie es dem Kopfinger Pfarrer derzeit widerfahre, dann grenze das an "Mobbing" - und das, so Schwarz, "hält ja der stärkste Mensche nicht aus auf Dauer".
Wie die Austria Presse Agentur (APA) berichtet, habe Schwarz im Rahmen des diözesanen Medienempfangs am Donnerstag noch einmal erklärt, dass er mit der Aufhebung der angekündigten Entpflichtung Skoblickis "umdisponiert" habe. So habe er erneut ausgeführt, dass der bereits vorgesehene Nachfolger von Skoblicki letztlich nicht bereit gewesen sei, nach Kopfing zu gehen. "Das ist in jedem Betrieb so: Wenn der geplante Weg nicht möglich ist, muss man umdisponieren", begründete Schwarz sein Vorgehen.
Er sehe aber auch auf beiden Seiten den Willen, einen guten Weg zueinander zu finden. Es müssten Schritte getan werden, das Gemeinsame und den Frieden zu erreichen. Als Getaufte könne man nicht in Zwist und Streit verharren, sondern müsse vielmehr alles tun, um die Einheit zu leben. Der Geistliche habe am vergangenen Sonntag um Verzeihung gebeten und angekündigt ebenso allen zu verzeihen, die ihn gekränkt haben.
Laut APA ging Bischof Schwarz auch auf den "Aufruf zum Ungehorsam" der Pfarrer-Initiative ein. Das "tut weh", sagte er. Die Themen müsse man allerdings ernst nehmen. So würden sich auch die österreichischen Bischöfe bei ihrer Herbstvollversammlung in einem Monat in Salzburg mit der Sache befassen. Man müsse jedoch zwischen veränderbaren und unveränderbaren Dingen unterschieden. Zu überlegen sei auch, dass einzelne Themen eine "selektive Wahrnehmung der Situation der Kirche in Österreich" seien, zitierte APA den Bischof. Doch sei diese ein Teil der Gesamtkirche. Die Identität und die Einheit der Kirche seien gefährdet, wenn man in einem Punkt vorpresche. Der Zölibat sei nicht Angelegenheit nur einer Region oder einer Diözese.
Schwarz: Pfarrgemeinderäte "gute Frucht des Konzils"
"Die Pfarrgemeinderäte sind eine gute Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils," das betonte Bischof Schwarz beim diözesanen Medienempfang am Donnerstagabend, bei dem u.a. auch der thematische Jahresschwerpunkt der Diözese Linz vorgestellt wurde. Er lautet "Gut, dass es die Pfarre gibt!" und gleicht damit dem Motto der österreichweiten Pfarrgemeinderatswahlen am 18. März 2012. "Wenn Pfarren die Zukunft gestalten wollen, ist es gut, dass viele eingebunden sind", hielt Bischof Schwarz fest.
Als Ort für den Medienempfang wurde der neue Treffpunkt "mensch und arbeit" am "Standort voestalpine" ausgewählt, um das kirchliche Engagement im Bereich der Betriebsseelsorge zu unterstreichen. Die zuständige Bereichsleiterin im Linzer Pastoralamt, Edeltraud Artner-Papelitzky, erläuterte, dass in den neun Treffpunkten der Betriebsseelsorge in Oberösterreich das Leben der Menschen in der Arbeitswelt in all seinen Facetten präsent sei: "Wir sind nah dran an den Existenzsorgen der Menschen, sind in den Krisen Begleiter und nehmen aus diesen Erfahrungen auch Stellung zu aktuellen politischen Themen."
Eine Hauptaufgabe liege darin, die Solidarität innerhalb der Gesellschaft zu stärken. Beispielhafte Kritik übte Artner-Papelitzky an der Abkoppelung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft, an Spekulationsgeschäften mit Lebensmitteln und daran, dass Praktikumsplätze nicht ausreichend entlohnt würden.
