Sternsinger verstärken Einsatz gegen Klimawandel
Weltgemeinschaft bereitet sich auf Klima-Krisengipfel in Durban vor - DKA-Partnerorganisation auf den Philippinen "CERD" unterstützt Durban-Forderungen der NGO-Plattform "Klimaallianz"
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Wien, 17.11.2011 (KAP) Die Sternsinger verstärken ihr Engagement gegen den Klimawandel: Im Vorfeld der Klimakonferenz in Durban ab 28. November und der diesjährigen Sternsinger-Aktion zum Jahreswechsel hat die philippinische Umweltwissenschaftlerin Jovelyn Cleofe am Donnerstag vor der Zerstörung der Lebensgrundlagen von Millionen Filipinos durch den Klimawandel alarmiert. Cleofe befindet sich derzeit auf Einladung der Dreikönigsaktion (DKA) in Österreich.
Die Philippinen sind das diesjährige Schwerpunktland der nach Weihnachten startenden Sternsinger-Sammlung. Thematisiert wird dabei nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem UN-Gipfel in Durban auch der Klimawandel.
Denn der globale Ausstoß des Treibhausgases CO2 hat 2010 eine neue Rekordmarke erreicht, meldete kürzlich das US-Energieministerium. Vor diesem eher düsteren Hintergrund bereitet sich die Weltgemeinschaft auf den Krisengipfel in Durban vor. Cleofe, die die DKA-Partnerorganisation CERD (Center for Empowerment and Resource Development) leitet, unterstützt als internationale Partnerin die Durban-Forderungen der NGO-Plattform "Klimaallianz" (www.klimaallianz.at).
"Auf den Philippinen spüren wir bereits jetzt lebensbedrohliche Auswirkungen des Klimawandels: Extreme Wettereignisse wie Taifune häufen sich, und durch die steigende Meerestemperatur sterben Korallen und der Fischreichtum nimmt ab. Dies zerstört die Lebensgrundlagen der Fischerfamilien, mit denen wir arbeiten", betonte die Wissenschaftlerin bei einer Pressekonferenz der "Klimaallianz" am Donnerstag in Wien.
Zur Dramatik trage bei, dass 60 Prozent der 100 Millionen Filipinos und Filipinas in Küstenregionen lebten. Die CERD setze bereits jetzt konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des schädlichen Klimawandels. "Wir fordern von den reichen Ländern wie Österreich, ihren Ausstoß von Treibhausgasen ernsthaft zu reduzieren und Maßnahmen zur Anpassung in den Entwicklungsländern zu unterstützen", so Cleofe.
Kyoto-Klimaprotokoll läuft aus
Das Kyoto-Protokoll, das 1997 beschlossen wurde, ist bis dato weltweit das einzige international gültige Abkommen mit bindenden Reduktionszielen für Treibhausgase. Das Protokoll läuft im kommenden Jahr ab. Bisher gelang es weder den Delegierten der Klimakonferenz in Kopenhagen (2009) noch denen des Gipfels in Cancun (2010), Vereinbarungen zu treffen, in denen sich Staaten international zu mehr Klimaschutz verpflichten. Jetzt richten sich große Hoffnungen auf Durban.
In zwei Wochen wird vor allem über die Zukunft des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls entschieden werden. "Das Kyoto-Protokoll war ein Meilenstein der Klimapolitik. In Durban muss Umweltminister Nikolaus Berlakovich die österreichische Blockadehaltung beenden", forderte bei der Pressekonferenz Johannes Wahlmüller von "Global 2000". Österreich müsse "deutlich mehr tun".
Um die drohende Klimakatastrophe zu vermeiden, müssten die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent bis 2020 und um 95 Prozent bis 2050 reduzieren. Das bisherige Emissions-Minderungsziel der EU von 20 Prozent bis 2020 reiche dazu bei weitem nicht aus. Es müsse in einem ersten Schritt auf mindestens 30 Prozent erhöht werden. Die Finanzierung der Maßnahmen solle über eine Finanztransaktionssteuer erfolgen.
"Während sieben europäische Staaten wie Deutschland und Großbritannien auf mehr Klimaschutz drängen, blockiert Österreich. Der Umweltminister muss endlich seine ablehnende Haltung gegenüber ambitionierteren EU-Zielen aufgeben und sich für Klimaschutz stark machen", forderte Wahlmüller.
Österreich gefordert
Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von "Care Österreich", warnte vor einer Hungerkatastrophe: "Wenn die Industrieländer nicht schnellstens Maßnahmen treffen, um den Klimawandel zu begrenzen bzw. den Menschen zu helfen, sich an seine Auswirkungen anzupassen, könnten die Hungerzahlen bis 2050 um bis zu 20 Prozent steigen." Von Österreich gefragt seien nicht nur großzügige Finanzmittel für Klimaschutz, Anpassungsmaßnahmen und Katastrophenvorsorge, sondern vor allem müssen "bisherige Finanzierungszusagen für Entwicklungszusammenarbeit endlich eingehalten" werden, betonte Wagner-Hager.
Annabella Musel, Energie- und Klimaexpertin beim "World Wide Fund for Nature" (WWF), sieht den Schutz der tropischen Wälder als eine der wichtigsten Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel. 15 Prozent aller Treibhausgasemissionen haben ihre Ursache in der Abholzung der Wälder. "Um katastrophale Klimafolgen abzuwenden und den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten, muss die Entwaldung weltweit bis 2020 gestoppt werden", betonte Musel.