"Pro Oriente": "Kopten sind die eigentlichen Sieger"
Hans Marte bei Veranstaltung im Wiener syrisch-orthodoxen Kulturzentrum: Christen in Ägypten "legen starkes und aktives Zeugnis ab"
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Wien, 12.12.2011 (KAP) Alle Christen der Welt sollten stolz sein auf die Christen im Nahen Osten, die für ihre Gleichberechtigung kämpfen: Das betonte der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Hans Marte, bei einer Veranstaltung der "Union Orientalischer Christen" mit dem koptischen Spitzenjuristen und Präsidenten der "Egyptian Union of Human Rights Organizations", Naguib Gobrail, am Wochenende im syrisch-orthodoxen Kulturzentrum St. Ephrem in Wien. Wörtlich sagte Marte: "Die Kopten antworten auf die Attacken nicht mit Hass, sondern sie vertrauen auf Jesus Christus. Der Glaube macht sie stark, gelassen, froh, Jesus nachfolgen zu können. Sie sind die eigentlichen Sieger". Die Kopten legten ein "starkes und aktives Zeugnis" ab.
Hass und Gewalt, wie sie von den Islamisten derzeit gegen die Christen im Nahen Osten ausgeübt werden, seien "Zeichen der Schwäche", betonte der "Pro Oriente"-Präsident. Dazu komme aber auch die "Schwäche des Westens", wenn etwa im UN-Menschenrechtsrat jede Diskussion über die Auswirkungen der "Scharia" als "unzulässig" abgewürgt oder der Missbrauch der sogenannten "Blasphemiegesetze" in Pakistan hingenommen werde.
Der syrisch-orthodoxe Chorbischof Emmanuel Aydin erinnerte daran, dass sich in vier Jahren - 2015 - der Beginn des vom jungtürkischen "Komitee für Einheit und Fortschritt" (Ittihad ve Terakki) zu verantwortenden Völkermords an den armenischen, griechischen und syrischen Christen in Kleinasien zum 100. Mal jährt. Umso bedenklicher sei es, dass ein neu erschienenes türkisches Schulbuch "die Geschichte verfälscht und gegen die Minderheiten hetzt". Erfreulicherweise gebe es Widerstand von türkischen Intellektuellen gegen dieses Buch.
Nach wie vor gebe es aber im Islam - "im krassen Gegensatz zur Lehre Jesu" - die Gleichsetzung von Religion und Staat ("din wa daula"), die die Christen ausgrenze und zu "kafir" (Ungläubigen) mache. Auch in den letzten Jahrzehnten habe die latente Verfolgung unzählige orientalische Christen zur Emigration veranlasst, betonte Aydin. Die Existenz orientalischer Christen im Westen habe aber auch positive Konsequenzen, weil sie durch "ihre Kenntnis der Kirchenväter, ihre theologische und geistliche Bildung, ihre Hochschätzung der Liturgie, ihre Pflege von Ehe und Familie und ihre sozialen Initiativen" zur "Einheit der Christen" beitragen.
Der Wiener Weihbischof Franz Scharl verwies darauf, dass - gerade im Sinn der Tradition der orientalischen Christen - Gebet, Fasten und Gutes tun notwendig seien, um die gegenwärtige Situation zu bewältigen. Das schließe auch Ausbildungsprogramme für junge Christen aus dem Nahen Osten ein, damit sie "für die Demokratie arbeiten können".
